1 Jahr Projektmanager bei Picalike

Vor etwas über einem Jahr entschied das picalike-Team, dass es gern einen Projektmanager hätte. Seitdem ist viel geschehen: innere Umstrukturierungen, spontaner Wechsel zu 90 Prozent mobiles Arbeiten bedingt durch Corona, Umzug in das betahaus Hamburg. Da ist es spannend mal zu hören, wie diese herausfordernde Zeit für Maik Kade war.

Projektmanager

Hey Maik, puh, wie die Zeit fliegt! Nun bist du schon ein Jahr Projektmanager bei uns. Was war dein schönstes Erlebnis in dieser Zeit?

Ein Jahr geht wirklich schnell rum. Ein einziges, schönstes Erlebnis ist für mich schwer zu finden. Aus professioneller Sicht sicherlich, dass mir bereits nach 3 Monaten vom C.E.O. Sebastian gesagt wurde, dass er es mittlerweile fast bereut hat, mich nicht schon einige Zeit vorher als Projektmanager an Bord geholt zu haben. Für mich als Quereinsteiger war das sehr beruhigend, da ich somit die Bestätigung hatte, mich in mein neues Aufgabenfeld gut eingefunden zu haben und dass es etwas ist, das ich kann. Insgesamt aber ist es eher so, dass ich mich jeden Tag freue, Teil der picalike-Familie zu sein.

Seit deinem Anfang hier hat sich so einiges verändert. Über welche Veränderung/Neuerung freust du dich besonders?

Besonders freue ich mich darüber, dass wir es gemeinsam geschafft haben, ein sehr agiles Framework für unser Entwicklungsteam aufzubauen, welches Hand in Hand in Zusammenarbeit mit allen anderen Beteiligten funktioniert. Der agile Gedanke war sicherlich schon immer ein Teil von picalike, aber wir haben es im letzten Jahr geschafft, diesen verborgenen Rohdiamanten aus unserem Boden hervorzuholen und ihm den richtigen Schliff zu verpassen. 

Hauptsächlich koordinierst du die Entwickler-Teams. Was sind da die größten Herausforderungen? Und wie meistert man sie?

Also für mich war die größte Hürde, dass ich Sprachwissenschaftler und ehemaliger Dozent bin und eben die technische Seite, das Know-how eines Entwicklungsteams, etwas war und manchmal noch ist, von dem ich wenig Ahnung habe. Wie meistert man es, einem Team bei der Projektbewältigung beiseite zu stehen, wenn man selbst auf der technischen Ebene gar nicht mitreden kann? Indem man tief durchatmet und sich bewusst macht, dass so ein tiefes Wissen gar nicht nötig für meine Aufgabe ist, auch wenn mir das immer wieder mal persönlich nicht gefällt, da ich gern alles verstehen würde. Aber darum geht es bei meiner Tätigkeit als Projektmanager eben nicht.

Ich verstehe mich als die sinnbildliche Schmiere im Getriebe. Wenn alles gut läuft, werde ich fast gar nicht bemerkt. Aber um alles immer gut am Laufen zu halten, da ist es wichtig, dass jeder weiß, was der/die andere macht, kann, und wo vielleicht auch Hilfe benötigt wird. Also geht es um Kommunikation. 

Ich ermögliche und fördere Kommunikation. Ich habe immer für jeden ein offenes Ohr, auch für private Belange. Mitarbeiter sind Menschen und keine Maschinen. Ich bin in fast allen Planungsgesprächen dabei: oft als Moderator, manchmal als Mediator, und immer wieder gerne als die Person im Unternehmen, die z.B. bei Commit Meetings die “dummen” Fragen stellen darf. Eben die Fragen, die ein Spezialist manchmal nicht fragt, aber die doch Probleme und Lösungen aufzeigen können. Mein Unwissen zwingt das Team gelegentlich zu einem Perspektivwechsel. 

Desweiteren sind Wissensaustausch und Dokumentation zwei Teilgebiete der Kommunikation, die elementar sind für ein Entwicklungsteam. Bei uns wird Wissen und Dokumentation nicht einzeln gehortet, sondern als kollektiver Schatz, der gemeinsam zusammengetragen werden muss. Das muss aber organisiert werden, soll nicht langweilig und vor allem nicht zeitraubend sein. Da bin ich als Didakt dann doch sehr gefordert, wie man das am besten hinbekommt. 

Nach deinen ersten Monaten ging es mit der Corona-Pandemie in Deutschland los, eine sehr herausfordernde Zeit für Projektmanager… Wie wurde da mit dem Übergang zum Home Office umgegangen?

Überraschenderweise war das bei uns weniger herausfordernd, als wir alle angenommen hatten. Vor Beginn der Pandemie gab es bei uns nur eine sehr sanfte Fassung von Remote-Arbeiten. Es gab manche, die einen Tag die Woche oder alle zwei Wochen remote gearbeitet haben. Ansonsten waren wir aber immer im Büro. Da wir allerdings seit Anfang des Jahres auf der Suche nach einem neuen Standort waren, gab es schon immer mal wieder leichte Überlegungen mehr remote zu arbeiten. 

Als die Pandemie Ausbrach, hat Sebastian, unser Geschäftsführer, uns offen gefragt, wie wir mit der Situation umgehen wollten. Alle waren für mobiles Arbeiten, zumindest erst einmal. Die Grundvoraussetzungen waren da: Jeder Mitarbeiter hatte bereits einen Laptop und Zubehör. Es wurde nur geklärt, ob jemand etwas spezielles noch für das Home Office brauchte, wie z.B. Bürostühle. Wir sind ein kleines, sehr dynamisches Team, das allein schon durch die Natur unserer Produkte auf ein ständiges Anpassen an veränderte Situationen gewohnt ist. 

Ich denke, wir können uns zu den wenigen Glücklichen schätzen, deren Arbeitsalltag durch die Pandemie vielleicht sogar besser geworden ist und die auch nach deren Ende vermutlich nicht mehr in den alten Arbeitsalltag zurückkehren wollen und werden. Das ist ein ziemliches Privileg, für das ich mehr als dankbar bin.  

Vielen Dank für das Gespräch und dein stets offenes Ohr. Ich wünsche dir weiterhin sehr viel Spaß an der Arbeit hier bei Picalike!