Maske nähen aus altem Hemd – Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

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Maske nähen aus altem Hemd

Maske nähen aus altem Hemd

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Seit dem 29. April 2020 gilt in ganz Deutschland die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Große Modehändler, wie About You oder Zalando verkaufen mittlerweile sogenannte “nicht-medizinische Mund-und-Nasen-Schutzmasken” zu günstigen Preisen.

Aber muss man sich unbedingt eine neue Maske kaufen, haben wir uns gefragt. Sind unsere Kleiderschränke nicht voll mit Klamotten und wir müssten eh mal aussortieren?

Wenn du also eine Nähmaschine besitzt oder jemanden kennst, der eine hat, dann zeigen wir dir hier eine super einfache Methode, um aus deinen alten, kaputten Hemden oder Blusen im Handumdrehen eine nicht-medizinische Maske mit Filterfach zu nähen.

Das brauchst du dafür:

Zutaten um eine Maske zu nähen.
  1. Ein altes, ausrangiertes Hemd, eine Bluse oder irgendein anderes Kleidungsstück aus 100% Baumwolle. Baumwolle deshalb, da es bei mind. 60 Grad waschbar sein sollte.
  2. Als Futterstoff habe ich einen weißen Baumwollstoff verwendet. Hier könnt ihr natürlich das selbe Hemd oder Bluse verwenden oder ein weiteres, ausrangiertes (Baumwoll-)Kleidungsstück nehmen. Falls vorhanden, könnt ihr aber z.B. auch Babyspucktücher nehmen. Die sind nämlich aus (Baumwoll-)Molton und besonders saugstark.
  3. Gummiband (sollte ebenfalls waschbar sein)
  4. Eine Stoffschere oder einen Cutter
  5. Lineal oder Geodreieck
  6. Papierklemmen oder Stecknadeln
  7. Nähmaschine
  8. Bügeleisen

Damit ich nicht jedes Mal wieder neu messen muss, habe ich mir einfach mit Papier ein Schnittmuster für den Außenstoff und für den Futterstoff gemacht mit den folgenden Maßen:

  • Außenstoff: 21,5 x 20,5 cm
  • Futterstoff: 19,5 x 19,5 cm

Das Gummiband in folgenden Maßen abschneiden:

  • 2 Gummibänder je ca. 32 cm (die Größe könnt ihr später noch anpassen)

Schritt 1

Lege dir das Hemd zurecht und schneide mit den oben angegebenen Maßen ein Rechteck heraus. Das Gleiche machst du mit deinem Futterstoff. Du kannst entweder mit Geodreieck und Stift direkt auf den Stoff zeichnen und dann zuschneiden oder dir zuvor ein Schnittmuster machen, das du dann für weitere Masken einfach immer auf den Stoff legen kannst.

Schritt 2

Bügel den Außenstoff an der längeren Seite ca. 0, 5 cm um. Anschließend noch einmal ca. 0,5 cm. Das Gleiche machst du mit dem Futterstoff. Anschließend steppst du sowohl den Außenstoff, als auch den Futterstoff jeweils knappkantig mit der Nähmaschine ab.

Schritt 3

Nun lege dir den Außenstoff mit der rechten Seite nach unten (also mit der “schönen” Seite nach unten). Darauf legst du den Futterstoff. Diesen legst du aber mit der rechten (schönen) Seite nach oben. Man nennt das “links auf links” legen, da die linken Innenseiten aufeinander liegen. Jetzt müsste an der oberen Kante der Außenstoff über den Futterstoff etwas hinausragen. Dieses Stückchen Außenstoff bügelst du um. Anschließend noch einmal umbügeln und mit den Papierklammern befestigen.

An dieser Stelle könntest du im Übrigen einen Aluminiumdraht (waschbar) einschieben. Ich hatte aber einfach keinen zur Hand und finde, dass die Maske auch ohne Draht ganz gut sitzt.

Schritt 4

Jetzt geht es darum, die Falten zu legen. Dafür faltest du deine Stoffteile einmal in der Mitte und bügelst die Falte. Anschließend klappst du sie wieder auf und faltest jeweils die obere und untere Partie zum Bügelknick in der Mitte. Dies kräftig bügeln.

Schritt 5

Dann drehst du deine Stoffteile einmal um – die gesteppte Naht sollte nach wie vor von dir aus unten sein – und beginnst das Falten legen. Und zwar schnappst du dir einen Knick und legst ihn vorsichtig ca. 1,5 cm nach unten und bügelst wieder mal kräftig. Pass aber dieses Mal auf, dass du die anderen Knicke nicht wieder rausbügelst. Das wiederholst du mit den zwei weiteren Knicken, so dass du am Ende insgesamt 3 Falten in deiner Maske hast. Zum Fixieren kannst du seitlich die Papierklammern verwenden. Du kannst aber auch Stecknadeln nehmen, wenn du diese zur Hand hast. Am Ende sollte deine Maske idealerweise eine Breite von ca. 8-9 cm aufweisen.

Schritt 6

Jetzt geht es ans Nähen! Lege dein Stoffteil so unter die Nähmaschine, dass du bei ca. 1/3 der unteren Öffnung anfängst. So kann dann später ein Filter (z.B. ein Papiertaschentuch) noch problemlos eingelegt werden. Nähe dann bis knapp hinter den Futterstoff, lasse die Nadel im Stoff stecken und drehe das Stoffteil um 90 Grad, so dass die Naht dann ganz knapp neben dem Futterstoff entlang weiterlaufen kann. An der nächsten Ecke lässt du die Nadel auch wieder im Stoff stecken, den Stoff um 90 Grad drehen und knappkantig die obere, gebügelte Seite absteppen. So verfährst du auch mit den anderen zwei Ecken. Achte darauf, dass du an der unteren Seite auch wieder nur ca. 1/3 der Öffnung zunähst. Und das Verriegeln der Naht am Anfang und Ende nicht vergessen!

Schritt 7

Nun geht es darum, die Gummibänder einzufügen und die Seiten zu schließen. Mache zunächst je einen Knoten in deine Gummibänder, so dass du zwei geschlossene Gummibandschlaufen hast. Jetzt bügelst du die Seiten einmal um, legst dann auf jeder Seite eine Gummibandschlaufe ein und bügelst dann noch einmal die Seite um. Wundere dich nicht, wenn das Umbügeln durch die eingenähten Falten jetzt etwas schwieriger ist. Ich habe beide Seiten dann mit Papierklammern fixiert.

Schritt 8

Nun kommt der letzte Arbeitsschritt: Die Seiten schließen. Nähe dafür wieder knapp an der Kante entlang, so dass du das Gummiband nicht festnähst. Das hat den Vorteil, dass du später das Gummiband, sollte es mal kaputt gehen oder du doch eine andere Größe benötigst, einfach austauschen kannst. Ebenso kannst du den Knoten dann auch im genähten Tunnel verschwinden lassen, wenn die Größe der Gummibandschlaufen für dich so in Ordnung ist. Wenn du diesen Arbeitsschritt auf beiden Seiten durchgeführt hast, kannst du noch einmal alles flach bügeln und dich ab jetzt stolze*r Besitzer*in einer selbstgenähten Atemschutzmaske nennen!

Aus diesem Hemd (Herrenhemd, Gr. 40, Slim Fit) bekommst du übrigens gut und gerne 14 (!) Masken heraus. Ich habe dafür auch die Ärmel auseinander geschnitten.

Viel Spaß beim Nähen!

Wenn du die Ärmelnaht aufschneidest, bekommst du noch mehr Masken aus dem Hemd heraus.
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