Wie kann man persönliche Trends erkennen?

Beitragsbild persönliche Trends

Im letzten Trendreport, den ich erhalten habe, wurde ausführlich über Kleider, Röcke und Tops berichtet- klar, richtet sich die Modeindustrie ja weitestgehend nach den Damen. Aber als Mann, Anfang 40, passte keiner dieser Trends zu mir. Das ist dann nicht ganz verwunderlich. Aber auch in den Trendreports zu den neuesten Sneakern war nichts, was mich ansprach. Liegt das an mir? Nicht ganz. Es liegt daran, dass ein Redakteur sich für eine geringe Anzahl an Trends entscheiden muss, obwohl er über so viel berichten könnte. Es gibt sicher einen Sneaker-Trend, der zu mir passen würde, er wurde von ihm nur einfach nicht ausgewählt. Würde ein Report zu allen möglichen Trends aufgesetzt werden, würde eine fast unendliche Anzahl an Seiten herauskommen. Allerdings wäre es viel zu allgemein, viel zu viel und dadurch inkonklusiv, denn was soll man daraus herleiten?

Sebastian persönliche Empfehlung
Persönliche Trends Engländerin
Persönliche Trends Italienerin
Persönliche Trends Bänker

Im besten Fall sollte ein Report die Trends pro Geschlecht, Alter, Kategorie, Kultur, Hintergrund, Anlass, usw. aufstellen, damit er auch zum Leser passt. Denn für eine 20-jährige Engländerin ist etwas ganz anderes Trend als für eine 30-jährige Italienerin. Auch für Männer gibt es da Unterschiede. So ist für einen 50-Jährigen Bänker was ganz anderes In als für einen 25-jährigen Studenten.

Da solche Unterscheidungen für uns bei Picalike sehr relevant sind, haben wir mit folgenden Parametern versucht, einen Indikator zu bekommen:

Geschlecht: 3 (Herren, Damen, Unisex)

Alter: 6 (Baby, Kind, Teenager, Junger Erwachsener, Erwachsener, Senior)

Anlass: 6 (Basics, Casual, Chic, Business, Sporty, Rockig)

Kategorien: 7 (Kleider, Blusen, Hosen, Jacken, Shorts, Schuhe, Pullover)

Attribute: 4 (Farbe, Muster, Länge, Extras)

Typ: 2 (Extrovertiert, Introvertiert)

Saison: 4 (Frühling, Sommer, Herbst, Winter)

Wetter: 5 (Warm, Kalt, Regnerisch, Sonnig, Schnee) Ba

Diese einfache Auflistung, die wir tagtäglich versuchen noch weiter zu präzisieren, würde schon über 30.000 Reports erzeugen. Das ist viel Aufwand! Und leider immer noch viel zu viel. Zum Glück sind wir Entwickler und können dies von unserer künstlichen Intelligenz beobachten lassen, sodass sie uns nur die relevanten Ergebnisse zurückliefert.

Wenn ich zurückblicke, sehe ich den weiten Weg, den wir da bereits gegangen sind, obwohl wir noch viel weiter wollen. Ein besonderes Erlebnis war es zum Beispiel, als wir damals die ersten Skizzen von Trends erhalten haben, um die Daten aus den Reports besser zu visualisieren. Das war unser Anfang. Nun, mit OSA und vor allem mit unserer Trendanalyse, sind wir schon ein ganzes Stück weiter. Trotzdem sind die Skizzen der Trends immer noch ein Ereignis. Das treibt uns weiter an. Es bleibt spannend!

Mit Newsletter Intelligence schnell an relevante Infos kommen

Die Zeit zwischen den Feiertagen wird bekanntlich fürs Ausruhen genutzt. Nicht so bei uns. Hier wird fleißig weiterentwickelt, optimiert und geforscht. Das Ergebnis sind einige neue Features in unserem Tool OnSight Analytics. Alle jetzt vorzustellen, würde den Rahmen sprengen… Und welcher Spaß wäre es schon, das ganze Pulver auf einmal zu verschießen, anstelle es fein zu portionieren und somit länger was davon zu haben? 

Seid gespannt, was wir in nächster Zeit noch alles zu berichten haben! 

Aber nun zu einem spannenden neuen Feature: die Newsletter Intelligence!

Was ist die Newsletter Intelligence?

Mit einem Blick könnt ihr erkennen, wie viele Newsletter verschickt worden sind. Beim Mouse-Over über die  Punkte erhaltet ihr gleich mehrere Infos zum Beispiel: Wie viele Newsletter wurden an diesem einen Tag versandt? Dazu erfahrt ihr, welche Gutscheine angeboten werden, welche Kollektionen und Freebies angepriesen werden. Natürlich könnt ihr unten auch die einzelnen Newsletter von diesem Datum anklicken, um ihn euch genauer anzuschauen.

Newsletter Intelligence

Anstelle aber dass ihr jeden Newsletter eurer Wettbewerber selbst abonniert und händisch durchgeht, könnt ihr OnSight zig Newsletter für euch auswerten lassen und so stets auf dem neuesten Stand bleiben, was die Vermarktungsstrategie eurer Wettbewerber betrifft.

Newsletter Intelligence

Seid ihr neugierig geworden? Dann testet doch unsere Demo und seht selbst, was alles möglich ist!

F#ing 10 Jahre schon vorbei

10 Jahre Picalike
Ansprechpartner Sebastian Kielmann
Ein Rückblick von Sebastian Kielmann, CEO Picalike GmbH

Die Idee

Vor fast genau 20 Jahren wechselte ich von der Forschung zur Indexierung und Suche von Texten zur Analyse und Feature-Extraktion von Bildern. Mich reizte es, dass Bilder sprachunabhängig sind und selten doppelte Bedeutungen haben. Als ich anfing, mich mit dem Thema Bildanalyse zu beschäftigen, erwähnte ich dies meinem damaligen Chef, der in Physik promoviert hatte. Seine Reaktion darauf war ausschlaggebend für die darauffolgenden 20 Jahre: Er sagte, dass das, was ich vorhabe, nicht machbar sei. Es gab damals kein Arxiv.org, KI war nicht gerade beliebt, GPUs wurden noch nicht wirklich für Matrizenmultiplikation verwendet und entsprechende Paper aus der Forschung waren schwer zu bekommen, wenn man wie ich eine extrem langsame Leitung im tiefsten Walldorf / Wiesloch hatte.

Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg… Gerade da merkte ich, wie offen und austauschfreudig die Forschungs-Community war. Es gab kein Twitter, Facebook, Instagram oder ähnliches. Für mich scheint diese Zeit gar nicht so lange her, aber meine Kinder können sich so eine Welt kaum vorstellen. Die Unterhaltungen und der Austausch verliefen über Kongresse oder Mailing-Gruppen. Für die, die auch schon länger Bilder analysieren: Zu dem Zeitpunkt wurde Open-CV erst gestartet.

Ich forschte an der Analyse von Bildern ⎼ als Hobby nebenbei ⎼ und studierte Management und Marketing, arbeitete im E-Commerce oder in der Beratung. Dann lernte ich Dr. Tilo Höpker während eines Fluges kennen, und wir freundeten uns an. Bei einem gemeinsamen Essen stellte ich ihm meine Idee vor: eine Empfehlungstechnologie, deren Basis aus Daten aus Produktbildern kommen sollte, statt aus den Texten. Die Idee war mir gekommen, weil ich zu dem Zeitpunkt an einer Produktsuchmaschine arbeitete und sah, wie viele fehlerhafte Daten in den Produktfeeds vorhanden waren und wie viele Informationen zum Produkt fehlten, obwohl sie jeder, anhand des Produktbildes, sehen konnte.

Tilo fand die Idee super, würde auch gleich bei der Gründung eines Unternehmens einsteigen, das das anbot. Aber er wollte sich noch eine zweite Meinung einholen. Beim nächsten Treffen war dann Daniel Raschke auch mit dabei, der inzwischen ein guter Freund von mir ist. Wir kannten uns zu dem Zeitpunkt noch nicht, waren aber sofort auf der gleichen Wellenlänge. Zu dritt starteten wir im Oktober 2010 die Picalike GmbH. 10 Jahre ist dies nun her.

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Unser erstes Logo

Der Start

Meine erste Lektion war, dass primär ein Markt für eine Technologie reif sein muss und nicht die Technologie marktreif. Wer schon mal ein technologisches Produkt auf den Markt bringen musste, weiß, was ich meine. Ich bin nicht der geborene Sales-Typ, vermeide gern Menschen und Menschenmengen, will nicht im Rampenlicht stehen und erzähle viel über die Technik und zu wenig über den Benefit. Wer aber ein Start-up gründet, muss sich auch um den Vertrieb kümmern. Die ersten Kunden waren schnell gefunden. Fashionhype.com und weare.de sind schnell von Kunden zu Entwicklungspartnern und dann zu Freunden und Teil der Familie geworden. 

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Unser erstes Büro in der Frankenstraße

Zu den reinen Daten aus den Bildern wurden bald auch das Kundenverhalten und die Korrelation unter den Produkten sowie das Filtern nach allen Daten zum Produkt mit berücksichtigt, um noch bessere Empfehlungen zu liefern. Zur Similarity Recommendation (Ähnlichkeitserkennung, wie “Ähnliche Artikel”) gesellte sich dann die Complete-the-Look-Empfehlung (Outfit-Empfehlung, wie “Das passt dazu”). Für uns, wie für jedes Start-up, begann schnell die Zeit, in der man einen Spagat machen muss zwischen Kunden-Support und Weiterentwicklung. Nicht jeder Kunde braucht dasselbe, und wir waren ein feines aber noch kleines Team. Tagsüber half ich beim Kundensupport, nachmittags pitchte ich Picalike, wo ich nur konnte, und abends wurde weiterentwickelt. Es gab Tage, an denen ich dachte, dass wir den nächsten riesigen Schritt machen würden (technologisch oder umsatztechnisch) und es gab Tage, an denen ich mich fragte, ob es wirklich eine gute Idee war, einen sicheren Job aufzugeben. Ich bereue den Sprung in die Selbstständigkeit nicht, aber vieles würde ich heute anders machen. 

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Eins unserer ersten Zuhause

Eines Tages klingelte mein Telefon (es war damals eine Hansenet-Leitung, wer kennt die noch?). Ein junger Typ von der OTTO-Gruppe war dran, der einen Beitrag im Magazin der Handelskammer gelesen hatte. Wir unterhielten uns, und er machte einige Intros zu OTTO.de, Bonprix, Shopping24 und weiteren. So bekam ich die Möglichkeit, unsere Technologie den Big Playern vorzustellen. Dieses Telefonat war für die nächsten 9 Jahre ausschlaggebend. Ich präsentierte nicht nur vor den genannten Unternehmen, sondern auch vor der OTTO-Gruppe selbst, die sich entschied, in uns zu investieren. Vor der Unterzeichnung des Gesellschaftervertrags hatten wir uns vorgenommen, wenn dieser unterzeichnet wurde, würden wir alle mega feiern gehen. Wir hatten wilde Vorstellungen von Partys im Doll House auf der Reeperbahn oder davon, eine große private Feier zu organisieren. Und dann das: Nach der Unterzeichnung ging jeder nach Hause, legte sich hin, schlief schnell ein paar Stunden und am nächsten Morgen begann die Arbeit von vorn. 

“Nach dem Spiel ist vor dem Spiel”

In kürzester Zeit stellten wir ein hochmotiviertes Team zusammen, wechselten in ein größeres Büro und investierten in Marketing, Produktentwicklung und Forschung. Schnell konnten wir von einer Handvoll Kunden auf Dutzende Kunden heranwachsen, öffneten ein Büro in den USA (zuerst SF und wechselten dann nach NY), starteten Partnerschaften mit renommierten Unternehmen und freuten uns über das steigende Interesse. Alles sah gut aus. Wir wuchsen, es kamen neue Kunden dazu, die immer internationaler wurden und sehr spannende Projekte und Cases mit uns vorhatten. 

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Eins unserer legendären Sommerfeste

Mit der Zeit fiel uns auf, dass die Dynamik unseres Wachstums sich abschwächte. Die Projekte wurden komplexer, die Budgets wurden kleiner, die Konkurrenz vielfältiger. Unser Ansatz, aus “Kundenwunsch -> Forschung -> Projekt -> Produkt” zeigte seine Schwächen. Wir mussten uns eingestehen, dass Forschen Spaß macht, sich aber finanziell nicht so leicht skalieren lässt. Und so analysierten wir die Schwächen unseres Geschäftsmodells, die Stärken unseres Teams und Systems und setzten auf ein Start-up innerhalb des Start-ups. In anderen Worten: ein Soft Opening. 

“Ein paar Schritte zurück für den Anlauf”

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Unser jetziges Zuhause

Willkommen in der Welt der Portfolio Analyse. 🙂 Anhand mehrerer Analysen erkannten wir, dass wir zu sehr von der Verfügbarkeit der technischen Ressourcen bei unseren Kunden abhängig waren, dass wir einen schnellen und leichten Einstieg in unsere Picalike-Welt schaffen und einen nachweisbaren, sich wiederholenden Mehrwert für unsere Kunden erbringen müssen. Somit starteten wir mit mehreren A/B-Tests, Case Studies, Umfragen, Interviews und neuen Positionen innerhalb des Teams. Wichtig war auch, dass Forschung weiterhin eine hohe Priorität in unserem Alltag behielt. Mithilfe unserer Kunden, Partner und des Teams starteten wir die Entwicklung von OnSight-Analytics. Geplant war eine Entwicklungszeit von einem halben Jahr. Die Realität ist aber kein guter Freund der Planung:  Zwei Jahre später starten wir mit der Open Beta. Einige Herausforderungen waren doch größer als erwartet, das Tagesgeschäft durfte nie vernachlässigt werden, und wir mussten viel von unseren Pilot-Partnern lernen. Von Anfang an hatten wir uns aber commited, keine Kompromisse bei der Qualität einzugehen, auch wenn es länger dauern würde, und dazu stehen wir auch jetzt noch. Auch in einer Zeit, in der Corona unser aller Leben verändert hat.

Die letzten Monate waren wie die ersten Monate: Sehr viele Ups and Downs. Aufbruchstimmung gefolgt von Rückschlägen. Was aber bleibt, ist, dass in den letzten 10 Jahren kein Tag wie der andere war, viele Geschichten geschrieben wurden, wir viel gelernt haben, und nun für die nächsten 10 Jahre weiter dazulernen und das bereits Gelernte in die Tat umsetzen wollen. 

Vielen Dank an das Team für die unglaubliche Unterstützung und Loyalität, unseren Kunden für die tolle und immer spannende Zusammenarbeit und allen anderen, die uns auf unserem Weg in den letzten 10 Jahren begegnet sind, dass ihr unser Leben bereichert und unseren Weg geprägt habt.

Bleibt gesund und nehmt teil an den nächsten Etappen unserer Reise.
Viele Grüße
Sebastian Kielmann

Informationsextraktion aus Websites (Fokus auf Produkt-Details)

Informationsextraktion aus Websites

Am vergangenen Dienstag versammelte sich in unserem Hause eine Schar von Software-Entwicklern und Daten-Spezialisten, um gebannt den Worten und Tipps von Timo Schulz zu lauschen. Timo ist ehemaliger Mitarbeiter von Picalike und nun Berater bei ITGAIN Consulting. Als Spezialist für Künstliche Intelligenz und im speziellen Machine Learning, Deep Learning und Datenverarbeitung, berät Timo Unternehmen rund um die Themen Advanced Analytics und KI. 

Thema des Workshops, zu dem 20 Teilnehmer aus unterschiedlichen Branchenbereichen kamen, war “Informationsextraktion aus Websites mit Fokus auf Produkt-Details”. Oder anders gesagt: Wie bekommt man strukturierte Daten aus unstrukturierten Texten?

Workshop: Informationsextraktion aus Websites

Wo sind welche Produktdaten zu finden und wie kann man diese strukturiert verarbeiten

Der 1.Teil des Workshops befasste sich mit der Theorie: Von RegEx bis zu Neuronalen Netzen versuchte Timo den interessierten Tech-Profis das Thema Text-Analyse und Text-Mining näher zu bringen und zu verdeutlichen, auf welche Probleme man bei Produkttexten im E-Commerce stoßen kann. Nach einer kurzen Pause ging es dann ins Eingemachte: Es wurde aktiv und mit vielen “Hands-on”-Beispielen in die Laptoptasten getippt und ein reger Austausch zu gelernten Techniken und neuen Anwendungsbeispielen mit vielen Tipps und Tricks fand statt. 

Im Anschluss daran wurde sich noch bei einem kühlen Bier und leckerer Pizza ausgetauscht und ich hatte die Chance den Workshop-Teilnehmern und auch Timo ein paar Fragen zu stellen.

Interview mit Timo Schulz

Ich wollte schon immer mehr aus Daten rausholen.

Warum hast du dich dazu entschieden im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu arbeiten?
Schon 2005, während meines Informatikstudiums, habe ich angefangen, mich mit Daten zu beschäftigen. Ich wollte schon immer mehr aus Daten rausholen und habe viel in diesem Bereich geforscht. Dann wollte ich aber gerne raus aus der Forschung und mein Wissen und die Technologie praktisch anwenden. So bin ich damals zu Picalike gekommen.

Warum bist du dann später in die Beratung gegangen?
Ich wollte irgendwann raus aus dem E-Commerce-Geschäft. Es war sehr mühselig und nervenaufreibend, die Technologie den Unternehmen nahe zu bringen. Oft waren die Unternehmen vom Produkt, der Technologie, überzeugt, dass es funktioniert, aber es scheiterte dann teilweise an politischen Entscheidungen innerhalb der Firma oder es gab doch kein weitreichendes Verständnis dafür. Da ist es natürlich schwierig hochmotiviert zu bleiben. In der Beratung kann ich nun KI in allen Bereichen weiterbringen und ganz ohne Druck den Unternehmen aufzeigen, was alles möglich ist und wie auch sie KI in ihren Unternehmen implementieren können.

Da muss man oftmals noch viel Überzeugungsarbeit leisten.

Welche Herausforderungen siehst du für den E-Commerce in Bezug auf KI?

Die größte Herausforderung besteht eigentlich darin, das Potenzial von KI richtig zu erkennen und einzuschätzen. Und die Akzeptanz: Das Unternehmen muss für sich erkennen, was KI für einen selbst, also für das Unternehmen, machen kann. Da muss man oftmals noch viel Überzeugungsarbeit leisten.

Gab es schon mal einen Fall, bei dem du einem Unternehmen von KI abgeraten hast?
Nein, eigentlich nicht, weil KI so vielseitig einsetzbar ist. Manchmal muss man allerdings aufpassen, dass KI nicht einfach nur als Trenderscheinung verstanden wird. Ganz nach dem Motto: “Wir müssen jetzt unbedingt etwas mit KI machen.” Hier reicht es auch oftmals aus, die vorhandenen Daten im Unternehmen einfach besser zu strukturieren und zu schauen, was können wir aus diesen Daten bereits alles herausholen.

Als Berater sollte man ja immer Up-to-Date bleiben. Wie und wo informierst du dich über die Branche, über neue Entwicklungen in dem Bereich?
Ich widme mich, soweit möglich, einen ganzen Tag intensiv dem Research. Dabei lese ich sehr viel zu dem Thema, verfolge Blogs, höre mir Vorträge von Leuten an, denen ich folge und versuche mir dann im Anschluss daraus einen eigenen Use Case prototypisch zu implementieren. So kann ich dann entscheiden, ob dieser Ansatz in meinen Augen sinnvoll ist, ob man das Thema weiterverfolgen sollte oder eben nicht.

Workshop: Informationsextraktion aus Websites

Gespannt lauschen die Tech-Profis dem KI-Guru Timo Schulz

Und welche Trends sind gerade spannend? Wo geht die Reise hin?
Ich denke alles um das Thema NLU bzw. NLP (Natural Language Understanding bzw. Natural Language Processing, Anm.d.R.) ist sehr interessant und hier wird noch viel passieren.

Apropos Sprachverständnis: Ich habe neulich gelesen, dass man es noch nicht geschafft hat, Künstlicher Intelligenz Humor beizubringen. Ist das richtig?
Ja, das ist in der Tat nicht so einfach. Wenn beispielsweise bei einem Onlineshop die Kundenbewertung steht: “Der Schuh ist riesig, wie ein VW-Bulli.” Dann verstehen wir: “Okay, der Schuh fällt höchstwahrscheinlich ziemlich groß aus. Und es wurde nur einfach etwas lustiger umschrieben.” Die KI würde aber tatsächlich den Schuh mit der Größe eines VW-Bullis vergleichen. Sie denkt halt nicht weiter. Ein weiteres Beispiel: Jan geht ins Kinderzimmer und holt seinen Ball. Dann geht er in den Garten und legt den Ball dort auf den Boden. Wo ist der Ball? Für die KI ist es nicht klar, dass der Ball nun im Garten liegt.

Aus einer verlässlichen Quelle habe ich erfahren, dass du früher bei Picalike Bier-Botschafter warst. Welches ist denn dein Lieblingsbier und warum?
Ganz klar Sierra Nevada Torpedo. Ken Grossman ist ein Held! Er hat die Bierbraukunst revolutioniert. In den 80ern ging er nach Deutschland und kaufte dort ein Kupferbrauhaus, das er dann mit zurück nach Kalifornien nahm. Und ab diesem Zeitpunkt wurde das Bier einfach unschlagbar. Sie verwenden für das Bier ganze Hopfendolden, nicht nur Hopfenextrakt, wie es andere machen, und produzieren einen Teil ihrer Energie über Solar selbst. Als die großen Waldbrände in Kalifornien waren, braute Sierra Nevada ein spezielles Bier und spendeten den gesamten Erlös den Opfern des Feuers.

Interviews mit den Workshop-Teilnehmern

Interview mit Lennart von Shopping24.com

Welche Position hast du bei Shopping24?
Ich bin Search Engine Linguistic Manager.

Und was genau machst du in deinem Job?
Ich helfe bei der Verarbeitung von Suchanfragen. Was geben User als Suchbegriffe ein und ich schaue mir an, was z.B. sprachlich alles drum herum erfasst werden muss, um bestmögliche Suchergebnisse auszugeben.

Warum bist du in diesem Workshop?
Da ich mich in meinem Job auch mit Produkttexten beschäftige, finde ich es interessant zu sehen, wie man dort Informationen extrahieren kann.

Hat dir der Workshop gefallen und wenn ja, was genau?
Ja, ich fand es gut, dass es viele Beispiele gab und wir die Dateien auch zur Verfügung gestellt bekommen haben, so dass man selbst auch noch einmal rumexperimentieren kann. Und die Atmosphäre war sehr entspannt und war nicht ein typisches “Vortragen-und-Zuhören”, sondern eher ein Austausch unter den Leuten. Das fand ich sehr angenehm.

Welche Themen für weitere Workshops wären für dich interessant?
Allgemein interessiere ich mich für Herausforderungen bei Produktsuchen. Z.B. Insights von anderen Website-Betreibern, die auch mit Produktsuche zu tun haben wären interessant. Welche Herausforderungen haben sie und wie lösen sie bestimmte Problemstellungen.

Interview mit den Workshop-Teilnehmern
Lennart von Shopping24 im Interview

Interview mit Sarah von AdSoul

Welche Position hast du bei AdSoul?
Ich bin Linguistikerin.

Und was genau machst du in deinem Job?
Ich glieder sozusagen Keywords auf und versuche sie inhaltlich zu clustern. Eine grammatikalische Verarbeitung von Keywords sozusagen.

Warum bist du hier? Was interessiert dich an dem Workshop?
Dafür muss man erstmal erklären, was AdSoul macht. AdSoul ist im Bereich SEM tätig und kümmert sich um automatisiertes Suchmaschinenmarketing. Schon in der Uni habe ich mich mit den Themen Textmining und Aufbereitung von Daten und Texten beschäftigt. Das Ziel von AdSoul ist es im Grunde genommen irgendwann automatisierte Textanzeigen zu erstellen. Deshalb ist das Thema Datenextraktion so interessant für mich.

Interview mit Marc-Olaf von OGDS

Welche Position hast du bei der OGDS?
Ich bin Software-Entwickler.

Und was genau machst du in deinem Job?
Die OGDS ist ein Company Builder. Wir identifizieren neue und attraktive Geschäftsideen und bauen Prototypen dafür. Wir stellen den Betrieb, die Infrastruktur und die Architektur für diese Prototypen bereit und ich entwickle die Software dazu. Also im Grunde genommen stellen wir eine technische Lösung im Bereich E-Commerce bereit.

Warum bist du hier? Was interessiert dich an dem Workshop?
Ich interessiere mich für die Extraktion aus Texten und interessiere mich dafür, was andere Leute in diesem Bereich machen, welche neuen Ideen es in diesem Bereich gibt. 

Hat dir der Workshop gefallen und wenn ja, was genau?
Ich war primär hier für den Austausch, gar nicht so sehr um mich fachlich weiterzubilden, da ich mich in diesem Bereich bereits sehr gut auskenne. Ich finde aber, dass Timo das Thema sehr gut erklärt und die Breite des Themas gut erfasst hat. Dadurch konnte ich interessante Gedankenansätze und z.T. neue Sichtweisen herausziehen.

Welche Themen für weitere Workshops wären für dich interessant?
Ich bin da immer sehr projektgetrieben. Momentan interessiere ich mich sehr für das Thema Extraktion von Daten aus Bildern. Daher freue ich mich auch, wenn ich mich gerade mit Picalike zu dem Thema noch weiter austauschen kann.

Interview mit Erwin von Shopping24.com

Welche Position hast du bei Shopping24?
Ich bin Java-Entwickler.

Und was genau machst du in deinem Job?
Ich bereite Produktdaten im E-Commerce auf. Ich kümmere mich um die Produktsuche bei Shopping24 und die Betreuung der Back-End-Systeme.

Warum bist du hier? Was interessiert dich an dem Workshop?
Zum einen bin ich hier für die eigene Erweiterung meines Wissens. Zum anderen benutzen wir bei Shopping24 Produktfeeds. Ziel könnte es hier sein, Text-Extraktion von externen Websites ohne Feeds zu realisieren. Workshop: Informationsextraktion aus Websites

Erwin von Shopping24 im Interview

Anm. d. R.: Die Interviews wurden protokollarisch festgehalten.