Persönliche Trends erkennen

Persönliche Trends erkennen

Im letzten Trendreport, den ich erhalten habe, stand ganz viel über Kleider, Röcke und Tops. Als Mann, Ende 30, passte irgendwie keiner dieser Trends zu mir. Was ja nicht ganz verwunderlich ist. Aber auch in den Trendreports zu den neuesten Sneaker, war nichts, dass mich ansprach. Liegt das an mir? Nicht ganz. Es liegt daran, dass ein Redakteur sich für eine geringe Anzahl an Trends entscheiden muss. Es gibt sicher einen Sneaker-Trend, der zu mir passen würde, dieser wurde nur einfach nicht ausgewählt. Würde ein Report zu allen möglichen Trends aufgesetzt werden, würde fast eine unendliche Anzahl an Seiten herauskommen.

Im Report müssten die Trends pro Geschlecht, Alter, Kategorie, Kultur, Hintergrund, Anlass, usw. aufgestellt werden. Da dies für uns in der Firma relevant ist, haben wir mal mit folgenden Parameter versucht einen Indikator zu bekommen:

Geschlecht: 3 (Herren, Damen, Unisex)

Alter: 6 (Kind, Teenager, Junger Erwachsener, Erwachsener, Senior)

Anlass: 6 (Basics, Casual, Chic, Business, Sporty, Rockig)

Kategorien: 7 (Kleider, Blusen, Hosen, Jacken, Shorts, Schuhe, Pullover)

Attribute: 4 (Farbe, Muster, Länge, Extras)

Typ: 2 (Extrovertiert, Introvertiert)

Saison: 4 (Frühling, Sommer, Herbst, Winter)

Wetter: 5 (Warm, Kalt, Regnerisch, Sonnig, Schnee)

Diese einfache Auflistung würde schon über 30.000 Reports erzeugen. Daher lassen wir dies lieber von unserer Künstliche Intelligenz beobachten und uns daraus nur die relevanten Ergebnisse zurückliefern. Besonders cool war es, als wir erste Skizzen von Trends erhalten haben, um die Daten aus den Reports besser zu visualisieren.

Persönliche Trends erkennen 4

Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse

Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse

Bei unserem gestrigen Workshop zum Thema “Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse” durften wir Akanoo-Geschäftsführer und Digital Marketing Expert Benjamin Ferreau begrüßen. 17 Teilnehmer versammelten sich in unseren Räumlichkeiten und hörten gespannt dem Vortrag von Benjamin zu. Von den Anfängen der Customer Journey (mittelalterliche Marktplätze, Filialen, Kataloge) bis hin zu intelligenter, daten-getriebener Kundenansprache. Es muss letztendlich egal sein, wo sich der Kunde gerade aufhält und wo die Conversion stattfindet.

Vom electronic-Commerce zum everywhere-Commerce.

Die Customer Journey unterliegt einer Evolution der Kundenbeziehung und der Kundenansprache. Auf Basis des Kundenverhaltens wird die optimale Ansprache gewählt, um so eine Online-Experience zu schaffen. Dabei können unterschiedliche Omni-Channel-Konzepte verfolgt werden (Hint: Nur auf Gutscheine zu setzen ist nicht so cool). Vielmehr muss die Customer Experience auch durch nicht-monetäre Kampagnen verlängert werden.

Die Customer Journey wird zur Customer Interest Journey.

Workshop: Customer Journey - Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dabei ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der modernen Customer Journey von entscheidender Bedeutung. Nur mit Hilfe von Daten können auch die Bedürfnisse von sogenannten Unknown Customers verstanden und befriedigt werden. Zuvor konnte die KI das Kundenverhalten zwar analysieren und daraus Prognosen und Zielkunden ableiten, jedoch stets auf Basis historischer Daten. Aber KI und Omni-Channel haben eine neue Evolutionsstufe erreicht. Jetzt kann die KI Kundenverhalten in Echtzeit ermitteln und ständig optimieren. So vermeidet man eine starre Kategorisierung und setzt den einzelnen Kunden in den Fokus.

Everywhere-Commerce findet einfach noch nicht statt.

Echtes Omni-Channel spielt hierbei eine essentielle Rolle, um die Experience zu verlängern. Leider findet echtes Omni-Channel in Deutschland fast gar nicht statt. Es wird noch zu sehr in einzelnen Silos mit abgeschotteten KPI’s gedacht, anstatt eine allumfassende Erfahrung, ein Everywhere-Commerce zu schaffen.

Diese 3 Key Learnings haben wir für euch herausgepickt:

1. Der Fokus geht von dem klassischen eCommerce zum kanal-unabhängigen everywhere-Commerce. Einzelhändler müssen sich dazu auch organisatorisch umstellen, um die einzelnen Kanäle besser zu verzahnen und für Kunden auf allen Ebenen ansprechbar zu sein.

2. Neben Macro-Transactions (Conversions) sollten auch Micro-Transactions (Impressions, Referrals, Baskets etc.) intensiv beobachtet und optimiert werden. Dadurch lassen sich evtl. neue Wege finden, besser mit Kunden zu kommunizieren und diese zur Conversion zu bewegen.

3. Um als Shop die Kunden nicht zu Discount-Jägern zu erziehen und damit in eine Preisabhängigkeit zu gelangen, sollten vorwiegend nicht-monetäre Maßnahmen ausgebaut werden, um die Customer Experience zu verbessern.

Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse 2

Benjamin Ferreau spricht über die Customer Journey

 

Interview mit Benjamin Ferreau

Was hat dich als Schwabe in den Norden verschlagen?
Nach meinem Wirtschaftsingenieursstudium bin ich für den Job in den Norden gekommen. Ich habe dort bei der EversFrank-Media Group gearbeitet, Deutschlands zweitgrößte Print- und Medien-Gruppe. Dort habe ich mich vor allen Dingen um die Themen Corporate Development, Digitalisierung sowie Fusionen und Übernahmen gekümmert. Seit 2017 bin ich Geschäftsführer von Akanoo, einer Digital-Tech-Agentur.

Was genau machst du bei Akanoo? Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Ich bin Geschäftsführer und verantworte bei Akanoo die Bereiche Strategie, Finance, Investorensuche, Stake- und Shareholder Management sowie Sales und Marketing. Einen richtigen Arbeitsalltag habe ich als Geschäftsführer eigentlich nicht. Ich fange immer relativ früh an, zwischen 7.00 und 7.30 Uhr und versuche mit administrativen Themen zu starten. Tagsüber bin ich dann meistens unterwegs. Abends versuche ich wieder meinen Rhythmus einzuhalten und auch wieder administrative Aufgaben zu erledigen. Einen richtigen Alltag gibt es aber nicht.

Du bezeichnest dich selbst als “Customer Journey Optimizer”. Was genau meinst du damit?
Eigentlich ist damit die Botschaft von Akanoo gemeint: Wir versuchen den Kunden auf seinem Weg zum Abschluss mit unterschiedlichen Ankerpunkten zu unterstützen.

Was hat dich motiviert in diesem Bereich zu arbeiten?
Vor allen Dingen die Technologie, also die KI. Aber auch der E-Commerce und das Start-up-Umfeld. Aber die Technologie war schon der ausschlaggebende Punkt.

Welche Herausforderungen siehst du in der Modebranche bei dem Thema “Customer Journey”?
Die größte Herausforderung ist eigentlich der Wettbewerb: Neue Brands kannibalisieren die alt-etablierten Brands. Da wird es immer schwieriger zu bestehen. Eine weitere Herausforderung ist ganz klar die eigene Struktur im Unternehmen. Hier muss noch ein großes Umdenken stattfinden.

Wie und wo informierst du dich über die Branche?
Ganz viel läuft bei mir über das Netzwerk. Ich bin gut vernetzt und tausche mich hier regelmäßig über die Branche aus. Aber auch spezifische Plattformen, Blogs und Studien lese ich zwischendurch.

Wo, denkst du, geht die Reise im E-Commerce hin?
Ich denke, dass der Marktplatz-Gedanke einen enormen Impact haben wird. Für große Hersteller ist es eigentlich egal, auf welcher Plattform sie verkaufen, aber der Handel muss eine gewisse Masse abbilden und da wird es immer schwieriger.

Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse 3

Sandra und Benjamin im Gespräch

Interviews mit Workshop-Teilnehmern

Interview mit Falko von Zwanzigzehn GmbH

Welche Position hast du bei Zwanzigzehn?
Ich bin Geschäftsführer von Zwanzigzehn GmbH und Leiter des Onlineshops von myclassico.com.

Womit beschäftigst du dich im Arbeitsleben? Was genau beinhaltet deine Position?
Mit meiner Agentur helfe ich beim technischen und strategischen Aufbau von Onlineshops und stehe beratend zur Seite. Auch SEA-Maßnahmen haben wir in unserem Portfolio.

Warum bist du hier? Was hat dich motiviert zu diesem Workshop zu kommen?
Ich erhoffe mir neue Denkansätze und Sichtweisen rund um das Thema Customer Journey. Auch unsere Kunden sind nicht beim Everywhere-Commerce angekommen und da hilft es oftmals, sich die einzelnen Schritte nochmal ins Gedächtnis zu rufen. So können wir dem Kunden das Bild von Omni-Channel und Everywhere-Commerce verdeutlichen, denn da ist oftmals noch viel Überzeugungskraft angesagt.

Was fandest du am Workshop besonders interessant?
Der tiefe Einblick in die Technologie, sowie die Übersichten und Charts. Die bringen einen immer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen und verdeutlichen, was man eigentlich macht.

Worüber würdest du gerne noch mehr erfahren?
Mich würde noch interessieren, wo Deutschland im Branchenmix steht. Wie sieht allgemein die Denkweise zum Thema Customer Experience bzw. Omni-Channel aus. Sind andere Branchen hier schon weiter?

Die Teilnehmer des Workshops hören gespannt zu

Die Teilnehmer des Workshops hören gespannt zu

 

Interview mit Philip und Niklas von der OTTO Group

Welche Positionen habt ihr bei der OTTO Group?
Wir sind Projekt Manager Customer & User Experience bzw. Prozessoptimierer

Womit beschäftigt ihr euch im Arbeitsleben? Was genau beinhalten eure Positionen?

Wir sind historisch als klassischer Dienstleister gewachsen und auch jetzt sind wir innerhalb der OTTO Group beratend, ausführend und analysierend tätig. Unsere Methodenkompetenzen werden angefragt und wir sind dann sozusagen als Projektmanager tätig. Wir betrachten dabei die unterschiedlichen Kontaktpunkte der Customer Journey, wie zum Beispiel die Verpackung.

Warum seid ihr hier? Was hat euch motiviert zu diesem Workshop zu kommen?
Grundsätzlich ist es für uns natürlich ein spannendes Thema und wir erhoffen uns frische Impulse. Es ist interessant das Thema aus einem Start-up-Umfeld zu betrachten. Wir sehen es ja immer nur aus Konzernsicht. Für unseren Job sind die Customer Journey und das Customer Journey Mapping essentiell, aber es findet nicht immer Beachtung. Es wird noch zu sehr in Silos gedacht.

War der Workshop für euch interessant und wenn ja, was genau?
Ja, sowohl der Inhalt als auch der Rahmen, in dem dieser Workshop stattfindet, ist sehr interessant. Zum einen haben wir neue Denkanstöße und Impulse erhalten, zum anderen findet man aber auch Bestätigung in seiner täglichen Arbeit. Viele Charts hat man zuletzt in der Uni gesehen. Da ist es gut, dieses Wissen wieder ins Gedächtnis zu holen. Auch die vorausschauende Sichtweise ist interessant, also Stichwort Everywhere-Commerce. Bei der OTTO Group dreht sich ja derzeit auch vieles um Connected Commerce. Das sehen wir also ganz ähnlich. Interessant war auch die Erkenntnis, dass der Gutschein tatsächlich tot ist und man über neue Ansätze nachdenken muss.

Worüber würdet ihr gerne noch mehr erfahren?
Natürlich wäre Weiteres zum Thema Customer Journey bzw. Customer Experience interessant. Aber auch Maßnahmen zur Personalisierung, die ja sehr viel mit in die Customer Journey einfließen, wenn nicht sogar diese bestimmen.

Interview mit Tobias von Fixson Media GmbH

Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse 4Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse 4
 
Kundenansprache und Kanalintegration
 

Welche Position hast du bei Fixson Media?

 

Ich bin Geschäftsführer.

Womit beschäftigst du dich im Arbeitsleben? Was genau beinhaltet deine Position?
Fixson Media ist eine Online-Media-Agentur. Wir helfen dabei Portale, Websites und Shops an den Markt zu bringen.

Warum bist du hier? Was hat dich motiviert zu diesem Workshop zu kommen?
Zum einen, weil Sebastian ein alter Freund von mir ist und er mich eingeladen hat, aber zum anderen auch, weil das Thema für unsere Agentur interessant ist.

Was fandest du am Workshop besonders interessant?
Auch wir stellen immer wieder fest, dass viele Unternehmen nicht soweit sind, obwohl die Technik da ist. Da fehlt es an Offenheit und Struktur innerhalb der Unternehmen. Das wurde in diesem Workshop nochmal bestätigt. Zudem war es eine gute Mischung aus Plakativem, also konkreten Anwendungsbeispielen und Definitionen. Die Folie Nr. 29 [siehe Abb. rechts, Anm.d.R.] fand ich besonders interessant: Hier wird einfach verdeutlicht, dass man eigentlich keine Evolutionsstufe auslassen kann und nur wenn man die Daten hat, bekommt man den Kunden dann hin zum Everywhere-Commerce. 

Worüber würdest du gerne noch mehr erfahren?
Mich interessiert eigentlich alles, was mit Unternehmensentwicklung zu tun hat.

Anm. d. R.: Die Interviews wurden protokollarisch festgehalten.

Informationsextraktion aus Websites (Fokus auf Produkt-Details)

Informationsextraktion aus Websites

Am vergangenen Dienstag versammelte sich in unserem Hause eine Schar von Software-Entwicklern und Daten-Spezialisten, um gebannt den Worten und Tipps von Timo Schulz zu lauschen. Timo ist ehemaliger Mitarbeiter von Picalike und nun Berater bei ITGAIN Consulting. Als Spezialist für Künstliche Intelligenz und im speziellen Machine Learning, Deep Learning und Datenverarbeitung, berät Timo Unternehmen rund um die Themen Advanced Analytics und KI. 

Thema des Workshops, zu dem 20 Teilnehmer aus unterschiedlichen Branchenbereichen kamen, war “Informationsextraktion aus Websites mit Fokus auf Produkt-Details”. Oder anders gesagt: Wie bekommt man strukturierte Daten aus unstrukturierten Texten?

Workshop: Informationsextraktion aus Websites

Wo sind welche Produktdaten zu finden und wie kann man diese strukturiert verarbeiten

Der 1.Teil des Workshops befasste sich mit der Theorie: Von RegEx bis zu Neuronalen Netzen versuchte Timo den interessierten Tech-Profis das Thema Text-Analyse und Text-Mining näher zu bringen und zu verdeutlichen, auf welche Probleme man bei Produkttexten im E-Commerce stoßen kann. Nach einer kurzen Pause ging es dann ins Eingemachte: Es wurde aktiv und mit vielen “Hands-on”-Beispielen in die Laptoptasten getippt und ein reger Austausch zu gelernten Techniken und neuen Anwendungsbeispielen mit vielen Tipps und Tricks fand statt. 

Im Anschluss daran wurde sich noch bei einem kühlen Bier und leckerer Pizza ausgetauscht und ich hatte die Chance den Workshop-Teilnehmern und auch Timo ein paar Fragen zu stellen.

Interview mit Timo Schulz

Ich wollte schon immer mehr aus Daten rausholen.

Warum hast du dich dazu entschieden im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu arbeiten?
Schon 2005, während meines Informatikstudiums, habe ich angefangen, mich mit Daten zu beschäftigen. Ich wollte schon immer mehr aus Daten rausholen und habe viel in diesem Bereich geforscht. Dann wollte ich aber gerne raus aus der Forschung und mein Wissen und die Technologie praktisch anwenden. So bin ich damals zu Picalike gekommen.

Warum bist du dann später in die Beratung gegangen?
Ich wollte irgendwann raus aus dem E-Commerce-Geschäft. Es war sehr mühselig und nervenaufreibend, die Technologie den Unternehmen nahe zu bringen. Oft waren die Unternehmen vom Produkt, der Technologie, überzeugt, dass es funktioniert, aber es scheiterte dann teilweise an politischen Entscheidungen innerhalb der Firma oder es gab doch kein weitreichendes Verständnis dafür. Da ist es natürlich schwierig hochmotiviert zu bleiben. In der Beratung kann ich nun KI in allen Bereichen weiterbringen und ganz ohne Druck den Unternehmen aufzeigen, was alles möglich ist und wie auch sie KI in ihren Unternehmen implementieren können.

Da muss man oftmals noch viel Überzeugungsarbeit leisten.

Welche Herausforderungen siehst du für den E-Commerce in Bezug auf KI?

Die größte Herausforderung besteht eigentlich darin, das Potenzial von KI richtig zu erkennen und einzuschätzen. Und die Akzeptanz: Das Unternehmen muss für sich erkennen, was KI für einen selbst, also für das Unternehmen, machen kann. Da muss man oftmals noch viel Überzeugungsarbeit leisten.

Gab es schon mal einen Fall, bei dem du einem Unternehmen von KI abgeraten hast?
Nein, eigentlich nicht, weil KI so vielseitig einsetzbar ist. Manchmal muss man allerdings aufpassen, dass KI nicht einfach nur als Trenderscheinung verstanden wird. Ganz nach dem Motto: “Wir müssen jetzt unbedingt etwas mit KI machen.” Hier reicht es auch oftmals aus, die vorhandenen Daten im Unternehmen einfach besser zu strukturieren und zu schauen, was können wir aus diesen Daten bereits alles herausholen.

Als Berater sollte man ja immer Up-to-Date bleiben. Wie und wo informierst du dich über die Branche, über neue Entwicklungen in dem Bereich?
Ich widme mich, soweit möglich, einen ganzen Tag intensiv dem Research. Dabei lese ich sehr viel zu dem Thema, verfolge Blogs, höre mir Vorträge von Leuten an, denen ich folge und versuche mir dann im Anschluss daraus einen eigenen Use Case prototypisch zu implementieren. So kann ich dann entscheiden, ob dieser Ansatz in meinen Augen sinnvoll ist, ob man das Thema weiterverfolgen sollte oder eben nicht.

Workshop: Informationsextraktion aus Websites

Gespannt lauschen die Tech-Profis dem KI-Guru Timo Schulz

Und welche Trends sind gerade spannend? Wo geht die Reise hin?
Ich denke alles um das Thema NLU bzw. NLP (Natural Language Understanding bzw. Natural Language Processing, Anm.d.R.) ist sehr interessant und hier wird noch viel passieren.

Apropos Sprachverständnis: Ich habe neulich gelesen, dass man es noch nicht geschafft hat, Künstlicher Intelligenz Humor beizubringen. Ist das richtig?
Ja, das ist in der Tat nicht so einfach. Wenn beispielsweise bei einem Onlineshop die Kundenbewertung steht: “Der Schuh ist riesig, wie ein VW-Bulli.” Dann verstehen wir: “Okay, der Schuh fällt höchstwahrscheinlich ziemlich groß aus. Und es wurde nur einfach etwas lustiger umschrieben.” Die KI würde aber tatsächlich den Schuh mit der Größe eines VW-Bullis vergleichen. Sie denkt halt nicht weiter. Ein weiteres Beispiel: Jan geht ins Kinderzimmer und holt seinen Ball. Dann geht er in den Garten und legt den Ball dort auf den Boden. Wo ist der Ball? Für die KI ist es nicht klar, dass der Ball nun im Garten liegt.

Aus einer verlässlichen Quelle habe ich erfahren, dass du früher bei Picalike Bier-Botschafter warst. Welches ist denn dein Lieblingsbier und warum?
Ganz klar Sierra Nevada Torpedo. Ken Grossman ist ein Held! Er hat die Bierbraukunst revolutioniert. In den 80ern ging er nach Deutschland und kaufte dort ein Kupferbrauhaus, das er dann mit zurück nach Kalifornien nahm. Und ab diesem Zeitpunkt wurde das Bier einfach unschlagbar. Sie verwenden für das Bier ganze Hopfendolden, nicht nur Hopfenextrakt, wie es andere machen, und produzieren einen Teil ihrer Energie über Solar selbst. Als die großen Waldbrände in Kalifornien waren, braute Sierra Nevada ein spezielles Bier und spendeten den gesamten Erlös den Opfern des Feuers.

Interviews mit den Workshop-Teilnehmern

Interview mit Lennart von Shopping24.com

Welche Position hast du bei Shopping24?
Ich bin Search Engine Linguistic Manager.

Und was genau machst du in deinem Job?
Ich helfe bei der Verarbeitung von Suchanfragen. Was geben User als Suchbegriffe ein und ich schaue mir an, was z.B. sprachlich alles drum herum erfasst werden muss, um bestmögliche Suchergebnisse auszugeben.

Warum bist du in diesem Workshop?
Da ich mich in meinem Job auch mit Produkttexten beschäftige, finde ich es interessant zu sehen, wie man dort Informationen extrahieren kann.

Hat dir der Workshop gefallen und wenn ja, was genau?
Ja, ich fand es gut, dass es viele Beispiele gab und wir die Dateien auch zur Verfügung gestellt bekommen haben, so dass man selbst auch noch einmal rumexperimentieren kann. Und die Atmosphäre war sehr entspannt und war nicht ein typisches “Vortragen-und-Zuhören”, sondern eher ein Austausch unter den Leuten. Das fand ich sehr angenehm.

Welche Themen für weitere Workshops wären für dich interessant?
Allgemein interessiere ich mich für Herausforderungen bei Produktsuchen. Z.B. Insights von anderen Website-Betreibern, die auch mit Produktsuche zu tun haben wären interessant. Welche Herausforderungen haben sie und wie lösen sie bestimmte Problemstellungen.

Interview mit den Workshop-Teilnehmern
Lennart von Shopping24 im Interview

Interview mit Sarah von AdSoul

Welche Position hast du bei AdSoul?
Ich bin Linguistikerin.

Und was genau machst du in deinem Job?
Ich glieder sozusagen Keywords auf und versuche sie inhaltlich zu clustern. Eine grammatikalische Verarbeitung von Keywords sozusagen.

Warum bist du hier? Was interessiert dich an dem Workshop?
Dafür muss man erstmal erklären, was AdSoul macht. AdSoul ist im Bereich SEM tätig und kümmert sich um automatisiertes Suchmaschinenmarketing. Schon in der Uni habe ich mich mit den Themen Textmining und Aufbereitung von Daten und Texten beschäftigt. Das Ziel von AdSoul ist es im Grunde genommen irgendwann automatisierte Textanzeigen zu erstellen. Deshalb ist das Thema Datenextraktion so interessant für mich.

Interview mit Marc-Olaf von OGDS

Welche Position hast du bei der OGDS?
Ich bin Software-Entwickler.

Und was genau machst du in deinem Job?
Die OGDS ist ein Company Builder. Wir identifizieren neue und attraktive Geschäftsideen und bauen Prototypen dafür. Wir stellen den Betrieb, die Infrastruktur und die Architektur für diese Prototypen bereit und ich entwickle die Software dazu. Also im Grunde genommen stellen wir eine technische Lösung im Bereich E-Commerce bereit.

Warum bist du hier? Was interessiert dich an dem Workshop?
Ich interessiere mich für die Extraktion aus Texten und interessiere mich dafür, was andere Leute in diesem Bereich machen, welche neuen Ideen es in diesem Bereich gibt. 

Hat dir der Workshop gefallen und wenn ja, was genau?
Ich war primär hier für den Austausch, gar nicht so sehr um mich fachlich weiterzubilden, da ich mich in diesem Bereich bereits sehr gut auskenne. Ich finde aber, dass Timo das Thema sehr gut erklärt und die Breite des Themas gut erfasst hat. Dadurch konnte ich interessante Gedankenansätze und z.T. neue Sichtweisen herausziehen.

Welche Themen für weitere Workshops wären für dich interessant?
Ich bin da immer sehr projektgetrieben. Momentan interessiere ich mich sehr für das Thema Extraktion von Daten aus Bildern. Daher freue ich mich auch, wenn ich mich gerade mit Picalike zu dem Thema noch weiter austauschen kann.

Interview mit Erwin von Shopping24.com

Welche Position hast du bei Shopping24?
Ich bin Java-Entwickler.

Und was genau machst du in deinem Job?
Ich bereite Produktdaten im E-Commerce auf. Ich kümmere mich um die Produktsuche bei Shopping24 und die Betreuung der Back-End-Systeme.

Warum bist du hier? Was interessiert dich an dem Workshop?
Zum einen bin ich hier für die eigene Erweiterung meines Wissens. Zum anderen benutzen wir bei Shopping24 Produktfeeds. Ziel könnte es hier sein, Text-Extraktion von externen Websites ohne Feeds zu realisieren. Workshop: Informationsextraktion aus Websites

Erwin von Shopping24 im Interview

Anm. d. R.: Die Interviews wurden protokollarisch festgehalten.