Wie läuft’s denn so? Ein Status-Update nach 14 Tagen im Home Office

14 Tage im Home-Office
Home Office - Kaffeepause bei Picalike

14 Tage Home Office

Vor gut 14 Tagen hat das Picalike-Team sich einvernehmlich dazu entschieden zum Schutz aller und um die Infektionskurve flach zu halten seine (Arbeits-)Zelte zu Hause aufzuschlagen und für unbestimmte Zeit im Home Office zu arbeiten. Aber wie ist es den Mitarbeiter*innen denn so ergangen in den letzten Tagen? Welche neuen Routinen sind entstanden, was ist gleich geblieben, was vermissen die Teammitglieder am meisten und was am wenigsten? Wir haben ein paar Kollegen und Kolleginnen dazu befragt und hier sind ihre ehrlichen und z.T. nicht ganz ernst zunehmenden Antworten.

Franziska kümmert sich bei Picalike um die Bestandskunden.

Franziska Weiß

Franzi's Home Office

Franzi’s Home Office
 

Ist es dir am Anfang schwer gefallen dich zu disziplinieren?

Nein, eigentlich nicht. Ich habe die Tür zu und werde nicht gestört. Mir ist es wichtig, das Home Office wie einen normalen Arbeitstag zu sehen und Aufgaben wie Wäsche waschen und Co. im Feierabend zu machen, würde ich sonst ja auch so machen.

Welche technische Ausstattung hast du zu Hause?

Da ich mit meinem Partner “nur” in einer 60 qm großen Wohnung wohne, habe ich nicht das Glück ein eigenes Büro zu haben, daher hält wie schon erwähnt meine Küche her. Ich habe meinen Arbeitslaptop und Maus dabei.

Wie würde für dich die ideale Arbeitswelt aussehen? Remote oder im Office?

Ich unterhalte mich gerne mit meinen Kollegen und fahr auch gerne morgens mit dem Rad zur Arbeit, daher arbeite ich gern im Office. Allerdings finde ich die Möglichkeit Home Office zu machen sehr angenehm und könnte mir auch eine Mischung aus Remote und Office vorstellen.

Es sind nun gute 2 Wochen vergangen, in denen wir uns alle nicht mehr tagtäglich im Büro sehen. Wie geht es dir heute? Wie ist das “Von-zu-Hause-Arbeiten” für dich?

Mir geht es gut, ich sitze in meiner Küche und arbeite an meinen Aufgaben. Nebenbei kann ich das schöne Wetter aus dem Fenster beobachten 😉

Was war für dich die größte Herausforderung/Umstellung im Home Office?

Da ich noch keine Kinder zu betreuen habe und genug Platz zum arbeiten habe, dürfte ich mich nicht beklagen. Ich habe auch vorher schon im Home Office gearbeitet und kann daher gut damit umgehen.

Wie sieht jetzt dein Arbeitsalltag aus? Welche Dinge/Aufgaben sind gleich geblieben? Was hat sich verändert? Hast du neue Routinen?

An sich sieht er wie immer aus: Ich stehe auf, mach mich frisch und setzt mich an den PC. Was sich verändert hat ist, dass ich etwas länger schlafen kann, da ich keinen Fahrtweg mehr habe. Was sich dadurch neu eingeschlichen hat ist, dass ich nach der Arbeit immer einen kleinen Spaziergang mache (natürlich mit viel Abstand zu anderen Menschen). Und nicht zu vergessen: Der Klamottenstil. Ich arbeite ohne Schuhe an den Füßen und habe die meiste Zeit eine Jogginghose an. Obenrum kleide ich mich je nach Tagesablauf (Meeting, kein Meeing mit Kunden) mit einem Hoodie oder normalem Oberteil (Pullover).

Was vermisst du im Home Office am meisten?

Die lustigen Momente mit meinen Kollegen und die Geschichten von meinem Chef Sebastian 😉 Im Home Office sitzt man doch eher stumm im “Büro”. Achso und natürlich unseren Büro Hund Lilly, die einen immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Was vermisst du am wenigsten?

Das frühere Aufstehen *lach*

Was ist für dich beim Home Office die größte Falle?

Schwer zu sagen, ich komme wie gesagt gut mit dem Home Office klar und kann Private Dinge auch gut ausblenden. Wenn, dann ist es wohl meine Haltung am PC, immer wieder ertappe ich mich wie krumm ich dasitze oder vom Stuhl rutsche – bin auf die Statistiken gespannt, wie viele Menschen nach der Zeit im Home Office einen Bandscheibenvorfall haben.

Was sind die 3 Dinge, ohne die du kein Home Office überstehen würdest?

Heiße Zitrone (zuckerfrei), Kuschelsocken (für warme Füße), Geschirrspüler (wo kommt das ganze Geschirr her *lach*)

Wieviel Klopapier hast du noch im Haus/in der Wohnung?

Da ich nicht zu den Hamstern gehöre, sind es nur noch: 8 Rollen. Sollte erstmal noch reichen

 

Hallo Julius, auch du bist jetzt schon seit über zwei Wochen im Home Office. Wie geht es dir heute? Wie ist das “Von-zu-Hause-Arbeiten” für dich?

Eine interessante Mischung aus Vor- und Nachteilen.

Was war für dich die größte Herausforderung/Umstellung im Home Office?

Weniger soziale Kontakte und weniger gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten.

Wie sieht jetzt dein Arbeitsalltag aus? Welche Dinge/Aufgaben sind gleich geblieben? Was hat sich verändert? Hast du neue Routinen?

Ich stehe deutlich später auf. Das gemeinsame Mittagessen fällt weg und dadurch strukturiert sich der Tag variabler. Die wichtige Frage um 11:30 fehlt (das ist im Picalike-Team die Frage, wer wohin mit zum Mittagessen geht, Anm.d.Red.). Von den Abläufen der eigentlichen Arbeit hat sich nicht viel geändert.

Was vermisst du im Home Office am meisten?

Den direkten Kontakt mit den Kollegen

Was vermisst du am wenigsten?

Die Arbeitswege.

 
Wie läuft's denn so? Ein Status-Update nach 14 Tagen im Home Office 2
Julius im Home Office

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Julius ist Software-Entwickler bei Picalike

Julius Lange

Was ist für dich beim Home Office die größte Falle?

Große, unüberschaubare und komplexe Aufgaben, die am besten zuerst im Team besprochen und zerteilt werden sollten und bei denen viel Einarbeitung durch Erklärungen anderer erleichtert / eingespart werden könnte.

Ist es dir am Anfang schwer gefallen dich zu disziplinieren?

Es ist mir am Anfang weder leichter noch schwerer gefallen als zu anderen Zeitpunkten

Welche technische Ausstattung hast du zu Hause?

Arbeitslaptop + Gaming Maus/Tastatur + Bildschirm + Boxen + Webcam + ANC Headset wenn die Stille zu laut wird.

Wie würde für dich die ideale Arbeitswelt aussehen? Remote oder im Office?

Wahrscheinlich eine Mischung. 3 Tage Büro, 2 Tage Home Office zum Beispiel.

Was sind die 3 Dinge, ohne die du kein Home Office überstehen würdest?

Bildschirm, Musik, Videochat.

Wie viel Klopapier hast du noch im Haus/in der Wohnung?

Alles.

Maik ist Projektmanager des Picalike-Dev-Teams

Maik Kade
Wie läuft's denn so? Ein Status-Update nach 14 Tagen im Home Office 5
Maiks Home Office
 

Was vermisst du im Home Office am meisten?

Meine knapp 10 Km Fahrradtour morgens hin und abends zurück. Ich brauche diese Zeit eigentlich um den Kopf freizukriegen, frische Luft zu tanken und stehe total auf das Training. Irgendwie plane ich auf dem Rad auch schon immer meine Arbeit oder lasse den Tag noch einmal Revue passieren.

Ansonsten fehlt mir auch das Arbeitsklima vor Ort. Wir haben wirklich ein tolles Team bei picalike und ich habe viel weniger Kontakt mit allen im Moment.
Gerade als Projektmanager liegt es mir auch am Herzen, die persönlichen Befindlichkeiten meines Teams zu kennen, um sie unterstützen zu können, wenn sie mal einen nicht so tollen Tag haben. Davon bekomme ich derzeit viel weniger mit und ich bin schon seit Tagen am grübeln, wie ich das ändern kann.

Was vermisst du am wenigsten?

An manchen Tagen lenken wir uns im Büro gegenseitig ein wenig zu sehr von der Arbeit ab. Ich bin da auch nicht immer ganz unschuldig dran. Das merke ich daran, dass ich meine Aufgaben manchmal auch in etwas weniger Zeit schaffe als sonst.. Aber auf Dauer wäre ich dann doch lieber 30 min länger im Büro und hätte mehr von dieser Interaktion, da ich denke, dass gerade diese kleinen Interaktionen für eine gute Arbeitsatmosphäre wie das Salz in der Suppe sind. Ohne sie ist es einfach zu fade. Und oft kommen einem gerade in diesen Momenten gute Ideen.

Was ist für dich beim Home Office die größte Falle?

Da ich durch meine beiden Kinder eh nicht viel Spielraum habe in Fallen zu rutschen, gibt es derzeit keine. Aber ich weiß aus früheren Home-Office-Zeiten, dass ich definitiv nicht mal eben in der Pause kurz eine Serie anfangen sollte oder gar die Xbox anschalten.

Ist es dir am Anfang schwer gefallen dich zu disziplinieren?

Nope. Das mag aber auch daran liegen, dass ich aus dem Einzelsport-Leistungssport-Bereich komme. Eigendisziplin ist da unabdingbar. Nur die Schokolade auf meinem Tisch macht mich manchmal schwach…

Wie würde für dich die ideale Arbeitswelt aussehen? Remote oder im Office?

Eine Kombination von beidem. Ich denke 2-3 Tage Home Office kann ich mir gut vorstellen, aber ich bin der Meinung, dass für bestimmte Dinge reale Face-to-Face Kommunikation besser ist. Insbesondere gilt dies für unsere wöchentlichen Meetings und Fortbildungsmaßnahmen, sowie meine Moderationen bei Firmeninternen Mini-Workshops.

Wie viel Klopapier hast du noch im Haus/in der Wohnung?

Derzeit noch eine ganze Packung, aber ich mache mir langsam Sorgen, da ich seit 10 Tagen beim Einkaufen nirgends welches gesehen habe.

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Und wie geht es dir so im Home Office, Maik?

Mir geht es derzeit recht gut. Meine Frau, meine Kinder und ich sind gesund und fit, was in der jetzigen Zeit wohl das Wichtigste ist.

Meine Tage sind noch durchgeplanter als vorher, was allerdings eher meine Lebenssituation mit kleinen Zwillingen Zuhause geschuldet ist. Der Balanceakt zwischen Projektmanager und Papa ist erheblich schwieriger geworden, da sich das alles jetzt am gleichen Ort befindet.

Zum Glück befinde ich mich wenigstens noch in der Situation, ein komplettes Arbeitszimmer zu haben. Aber natürlich geht hier doch das ein oder andere Mal die Tür auf und meine Frau steht mit Anforderungen da. Und wenn man ein Kind, oder noch schlimmer beide im Hintergrund weinen hört, da bleibe ich dann doch nicht sitzen.

Das wäre so natürlich nicht im normalen Büro-Alltag passiert. Ob das jetzt besser oder schlechter ist, kann ich erst nach noch mehr Zeit sagen. Ich bin abends jedoch definitiv viel erschöpfter als vorher, weil es keinen Arbeitsweg zwischen meinen beiden Hauptberufen mehr gibt. Da habe ich immer langsam von einer Tätigkeit auf die andere umgeschaltet. Jetzt ist es sofort.

Was war für dich die größte Herausforderung/Umstellung im Home Office?

Mit meiner Frau eine Regelung zu finden, die mir ermöglicht trotz zwei Kindern konzentriert zu arbeiten. Das ist etwas, dass wir immer noch am aushandeln sind, denn für sie ist es wirklich nicht einfach zwei Babys alleine zu bespaßen und versorgen.
Auch ein paar technische Dinge. Ich muss z.B. meine Breitbandübertragung ins Arbeitszimmer anders regeln, da ich sonst gerade in Videokonferenzen doch arg meine schwache W-Lan Übertragung merke.

Wie sieht jetzt dein Arbeitsalltag aus? Welche Dinge/Aufgaben sind gleich geblieben? Was hat sich verändert? Hast du neue Routinen?

Der Arbeitsablauf selbst hat sich nicht wesentlich verändert. Ich leite immer noch morgens mein tägliches Meeting mit den Entwicklern an, wenn jetzt auch über Video-Call. Lustig daran ist, dass das Team sogar im Home-Office darauf besteht, dass es ein Stand-Up-Meeting ist, obwohl ich gar nicht darauf beharrt habe. Ansonsten spiele ich immer noch jede Menge Solitaire auf unseren Trello-Boards, und arbeite Hand in Hand mit dem Marketing/ Sales Team, mit dem ich vorher im gleichen Raum gesessen habe.

Verändert hat sich für mich, dass ich gefühlt mehr Zeit mit dem Trello-Board verbringe, da wir derzeit kein reales Board im Entwicklungs Office für das ganze Team zur Verfügung haben. Auch hat der Anteil der schriftlichen Kommunikation über Slack stark zugenommen. Für bestimmte Dinge wie Mini-Workshops muss ich mir online Lösungen einfallen lassen. Und ich kann länger ungestört an einer Aufgabe arbeiten.

Allerdings sind meine Pausen jetzt anders. Ich mache meine Mittagspause etwas später, da das Socialising mit dem Team beim gemeinsamen Mittag nicht mehr existiert und bisher noch keiner nach gemeinsam virtuellen Essen gefragt hat. Von meiner 1 Stunde Mittagspause nutze ich 3-4 Tage die Woche 50 Minuten für Sport. Mein Arbeitszimmer verbirgt auch einiges an Fitness Utensilien. Zum einen brauche ich das als Ausgleich, zum anderen auch um der permanenten Sitzerei am Rechner entgegenzuwirken.

Naja und ich habe hier meinen Pezziball als alternative Sitzmöglichkeit. Somit wechsle ich alle 60 Minuten zwischen Ball und Stuhl hin und her. Und dann wird jeden Tage halt eine Weile auf dem Ball rumgehoppst. Ich glaube, im Büro würden ich schon recht merkwürdig geguckt werden, wenn ich da so wild rumzappeln würde.

Welche technische Ausstattung hast du zu Hause?

Ich habe einen zweiten 28 Zoll Full HD Monitor von Benq, Bose Bluetooth Boxen (wenn die Musik mal laut sein soll), ein sehr gutes Marshall Bluetooth Over-Ear-Headset (für Videokonferenzen oder wenn ich Außengeräusche ausblenden will), meinen Firmenlaptop, meine Firmen High End Gaming Mouse (ich steh auf das grüne Licht von der), meine Todesstern Tischlampe, die im gleichen Grün leuchtet (Nerd-Attack).

UUUND den Albtraum aller Bürokollegen: Ich besitze eine 1,5 Kg schwere High- End- Tastatur der deutschen Firma Klim mit MECHANISCHEN Tasten. Da ist jeder Tastenanschlag ist so laut wie bei einer uralten Schreibmaschine. Die dürfte ich im Büro wohl nie benutzen. Das Tastenanschlag- Nachleuchten habe ich natürlich auch auf Grün gestellt.

Was sind die 3 Dinge, ohne die du kein Home Office überstehen würdest?

1. laute Musik 2. dunkle Schokolade 3. Sport gegen zu viel dunkle Schokolade Essen.

#datadrivenPR – Wie aus Daten Geschichten werden

#datadrivenPR – Wie aus Daten Geschichten werden

Daten PR

Fig.1 Mini Playback Show

Fig.1 Mini Playback Show
Fig.2 Cotton Made in Afrika, Initiative of Aid by Trade Foundation
Fig.2 Cotton Made in Afrika, Initiative of Aid by Trade Foundation
Fig.3 Isabelle Ewald shows the dispute atlas of advoCard
Fig.3 Isabelle Ewald shows the dispute atlas of advoCard

“Daten sind per se erst einmal kalt und emotionslos.” Mit diesem Satz startete am vergangenen Mittwoch Isabelle Ewald den Workshop zum Thema “Datengetriebene PR – Wie aus Daten Geschichten werden”.

Wie passt das also zusammen? Kalte Daten und fesselnde PR-Geschichten? Sehr gut sogar! Sofort schickte uns Isabelle nämlich gedanklich in die 1990er zurück. Wer von uns 90’s Kids träumte nicht davon mal bei Marajke Amado in die Zauberkugel zusteigen (siehe Abb.1).

Daten-PR ist die Zauberkugel der Kommunikation.

Laut Isabelle ist die Zauberkugel eine gelungene Metapher für das Thema Daten-PR. Augenscheinlich langweilige, ganz normale Kinder halten mit der Moderatorin ein Interview: “Was sind deine Hobbys? – Lesen und Fußballspielen.” Klingt im ersten Moment nach einem Durchschnittskind, nicht besonders spannend also. Dann aber steigen sie in die Zauberkugel und kommen – TADAA – total verwandelt, aufgebrezelt (okay, nach heutiger Sicht schon etwas fragwürdig…) und irgendwie spannender wieder heraus. Genauso läuft es, so Isabelle, auch mit datengetriebener PR.

Jedes Unternehmen verfügt über Daten. Und selbst wenn diese Daten sensibel sind und nicht veröffentlicht werden sollen, kann man immer noch auf riesige Datenpools von Drittanbietern wie Open Data Portale, Marktforschungsunternehmen oder Stiftungen zurückgreifen. Oder man erhebt die Daten einfach selbst mittels eigener Umfragen. Hierbei sollte man nur bedenken, dass es sich oftmals lediglich um ein “kleines Stimmungsbild” handelt und die Umfrage nicht repräsentativ ist.

Daten-PR beschreibt also den systematischen Einsatz von Daten in der Kommunikationsarbeit, um (meist komplexe Themen) zielführend zu vermitteln, besser zu erklären und einen Kontext zu erstellen. Dabei können Daten entweder das Werkzeug sein, mit dem eine Geschichte erzählt wird, die Quelle, auf die eine Geschichte basiert oder beides. Dabei können vielfache Möglichkeiten der Visualisierung eingesetzt werden. 

Als Beispiel hat Isabelle die Initiative der OTTO Group “Cotton Made in Africa” (CmiA) vorgestellt (siehe Abb.2). Hier wird sehr schön verdeutlicht, was man auch aus wenigen Daten machen kann. Eigentlich standen am Anfang nämlich nur zwei Zahlen im Raum:

  1. Menge an “CmiA”-Baumwolle, die von der OTTO Group verwendet wurde –> 16.000 t
  2. Daraus resultierende Menge an Wasser, die im Vergleich zur Herstellung von herkömmlicher Baumwolle eingespart wurde –> 33 Mrd. Liter

Das hört sich zunächst einmal sehr viel an. Aber wie viel ist das überhaupt? Es muss also ein guter Vergleich her, der es jedem veranschaulicht, was für eine enorme Wassermenge hier gespart wurde. Als Vergleich wurde der Pro-Kopf-Wasserverbrauch einer in Deutschland lebenden Person hinzugezogen. Das entspricht 750.000 Menschen. Und jetzt wurde einfach geschaut, mit welcher Einwohneranzahl man diese Zahl anhand von deutschen Großstädten vergleichen kann. Und plötzlich werden die kalten Zahlen und enormen Dimensionen klar, deutlich und für jeden nachvollziehbar.

Dieses Daten-PR-Beispiel zahlt auch in einen wesentlichen Bestandteil von guter Pressearbeit ein: Nähe. Ein Ur-Nachrichtenwert ist neben Aktualität und Wichtigkeit die Nähe. Jeder interessiert sich für das, was vor seiner eigenen Haustür passiert. Aus diesem Grund funktionieren z.B. auch der jährlich erscheinende Streitatlas der advoCard, der Einbruchsradar der Polizeidirektion Hannover oder auch der Gehaltscheck der BILD-Zeitung so gut.

Vom Datensatz zum Datenschatz

Der aufmerksame Leser könnte sich jetzt natürlich die Fragen stellen: Was soll das eigentlich? Der Jogginghosen-Atlas? Das sind doch nur kurzweilige Stories ohne jeglichen Mehrwert?

Kurzweilig: Ja. Ohne jeglichen Mehrwert: Nein (siehe unten). Datengetriebene PR-Geschichten sind prädestinierter Online-Content. Es geht um kleine Schmunzelgeschichten, die du im Zweifel 10 Minuten später wieder vergessen hast. Aber das ist okay. Schaut man sich die Informationsflut im Internet und speziell bei den Sozialen Medien einmal an, wird schnell klar: Es geht nicht um die große Story! Es geht um die vielen kleinen Geschichten, die uns bewegen, die vielleicht einen direkten Bezug zu uns oder unserem Leben haben.

Natürlich kann man auch groß aufgesetzte Marktforschungen auswerten und daraus Daten-PR generieren, aber gute Daten-PR muss nicht zwangsläufig mit hohen Kosten verbunden sein. Vielmehr ist gute datengetriebene Öffentlichkeitsarbeit ein hoch kollaboratives Thema. Man muss sich ein Netzwerk aufbauen. Oftmals hat man eine Fragestellung, aber kann sie gar nicht mit den eigenen Mitteln und Befugnissen beantworten. Daher sollte man sich im Vorwege Gedanken machen, welche Daten ich für meine Fragestellung benötige und dann in der entsprechenden Abteilung (z.B. Business Intelligence) anfragen, bzw. den entsprechenden Datensatz aus dem Netz ziehen. Ohne Zusammenarbeit funktioniert hier also gar nichts und gute Daten-PR lebt von vielen Kompetenzen.

Welche Mehrwerte hat Daten-PR?

Digitale Reputation

Datenbasierte PR-Geschichten schärfen das “Digitale Bild” von Unternehmen und Organisationen, stehen für Zukunftsfähigkeit.

Transkulturelle Wirksamkeit

Daten-PR ist weitesgehend sprachunabhängig. In kürzester Zeit bekommt man eine grobe Einschätzung, worum es geht (Bsp. Sitzverteilung im Bundestag).

Transparenz

Daten schaffen Transparenz und machen komplexe Themen “anfassbar” nachvollziehbar.

Einzigartigkeit

(Eigen)Daten sind verfügbar und in der Form nirgendwo anders zu finden. Sie sind exklusiv.

Online First

Datenbasierte PR-Geschichten sind prädestinierter Online-Content, haben eine hohe “Shareability”.

(Daten)Perlentauchen leicht gemacht

Um Daten möglichst anschaulich darzustellen, gibt es unterschiedliche Formate, die sehr gut funktionieren. Listicals (“10 Tipps für…”) sind derzeit z.B. sehr gefragt. Aber aufpassen vor zu viel Click-Baiting nach dem Schema “Nr. 8 wird euch umhauen!”. Ein Barometer, wie z.B. ein Stimmungsbarometer ist beispielsweise bei einer Datenbasis, die auf Monatsbasis basiert, gut geeignet. Infografiken hatten vor einigen Jahren einen großen Hype und Typologien sind schon fast psychologischer Natur. Beim Index kann man sehr schön verdeutlichen, wo ein Trend gerade hingeht und ein Atlas ist insbesondere als Heatmap eine schöne Visualisierung.

Formate, die funktionieren:

Aufbereitung regionalisierbarer Daten zu emotional packenden Themen; Darstellung als Karte.

Kennziffer auf Grundlage bestimmter Merkmalswerte, die Trends und Entwicklungen aufzeigt.

Klassifikation von Personen nach Gruppen auf Grundlage bestimmter sozialer Parameter.

Effiziente Vermittlung von Fakten mit Fokus auf Klarheit, Genauigkeit und Anschaulichkeit.

Listenförmiger Artikel, der wesentliche Fakten zu einem bestimmten Thema aufführt.

Statistisches Messinstrument zur Erfassung aktueller Stimmungen.

Und brauche ich jetzt extra einen Grafiker dafür?

Die gute Nachricht ist: Nein! Dafür gibt es Tools, Tools, Tools. Hier sind ein paar Tipps zum Visualisieren eurer Daten:

Predictive Analytics: Aus Daten Vorhersagen treffen

Bendix Sältz und Dr. Christoph Ölschläger

Im letzten picalike Workshop haben uns die Data Analysten und Scientisten Bendix Sältz und sein Kollege Dr. Christoph Ölschläger in die Welt der Daten, Analysen und Statistik begleitet. Das Thema “Predictive Analytics mit Python” wurde dabei nicht nur in der Theorie besprochen, sondern es wurde auch direkt via Jupyter Lab mit der Datenanalyse in Python losgelegt.

Diese 4 Schritte sollten für eine gute “Prediction” durchgeführt werden:

  1. Zunächst einmal muss man sich eine konkrete Fragestellung überlegen: Was möchte ich überhaupt mit meiner Analyse für eine Frage beantworten? Wenn ich mir über mein eigentliches Ziel im Klaren bin, dann muss ich die richtigen Daten sammeln. Alle sprechen von Big Data, aber das Gros an Daten benötige ich oftmals für meine Fragestellung gar nicht. Daher muss ich mir genau die Daten “einsammeln” oder anfordern, die ich für meine Analyse auch tatsächlich benötige.
  2. Als zweiten Schritt muss ich die Daten bereinigen. Im Workshop haben wir eine CSV bearbeitet. Die Daten gelesen und alle Informationen eliminiert, die uns für unsere Fragestellung nicht wichtig erschienen. Im Anschluss haben wir die Daten so aufbereitet, dass wir für jedes Feld der CSV auch tatsächliche Werte hatten, mit denen wir arbeiten können. Also z.B. Textfelder “entcoded”.
  3. Je nach Fragestellung entscheidet man sich dann für ein Modell und Framework, um diese zu beantworten. Im Workshop haben wir über den Random Forest und über unterschiedliche Regressionsmodelle gesprochen, wie z.B.  dem linearen Regressionsmodell.
  4. Im vierten Schritt muss das Modell dann interpretiert werden, um daraus dann eine Prediction abzuleiten. Diese sollte dann visuell aufbereitet werden und in einer Präsentation gut verständlich (nicht nur für Statistiker) eingepflegt werden.

It is a capital mistake to theorize before one has data. Sherlock Holmes, “A Study in Scarlett” (Sir Arthur Conan Doyle)

Und hier sind unsere Top 4 Take Aways aus dem Workshop:

  1. Datenaufbereitung kostet Zeit
    Ohne saubere Daten kann kein gutes Modell erstellt werden. Saubere Daten sind unbedingt notwendig zum Verständnis des Problems. Das kostet Zeit, muss aber sein.
  2. Nicht immer gute Modelle
    Nicht auf allen Datensätzen, seien sie noch so groß, lässt sich ein gutes Modell aufbauen. Manchmal sind die Prädikatoren nicht aussagekräftig.
  3. Je mehr Daten, desto besser
    Kleine Datensätze unterliegen größeren Schwankungen (Gesetz der großen Zahl). Aber: Große Daten erschweren das Handling.
  4. Enttäuschungen akzeptieren
    Manchmal kann man einen Datensatz so oft man möchte hin und her wenden: Es können einfach keine konkreten Vorhersagen zu der ursprünglichen Fragestellung getroffen werden. Aber: Durch die Analyse der Daten bekommt man dennoch Erkenntnisse über vielerlei Dinge und man kann seine Schlüsse daraus ziehen und ggf. eine andere Frage beantworten.

Growth Hacking – Zwischen Buzzword und relevantem Marketing-Tool

Growth Hacking – Zwischen Buzzword und relevantem Marketing-Tool

Was ist eigentlich Growth Hacking? Was versteckt sich hinter diesem Buzzword? Wie wendet man es an und wie wird man eigentlich selbst zum gefragten Growth Hacker?

Diese und viele weitere Fragen hat uns Andreas Anding im vergangenen Monat beim Workshop zum Thema “Growth Hacking” beantwortet. Andreas ist Geschäftsführer der Remote Native GmbH, Digitalexperte und Berater mit einem umfassenden Know-How in den Bereichen Marketing-, Vertrieb- und Technologie.

Das besondere an diesem Workshop war – und vielleicht kann man sogar das als Growth Hack bezeichnen – dass es dieses Mal nicht nur um die reine Theorie ging, bestückt mit allgemeinen Use Cases, sondern ein richtiges Team-Event war. Im Vorwege konnte jeder Teilnehmer Fallbeispiele zu ihren Unternehmen einreichen. Diese Fallbeispiele wurden dann in kleinen Gruppen von 4-5 Personen besprochen und geschaut, welche Growth Hacking Methoden man bei diesen konkreten Unternehmensbeispielen anwenden könnte, um mehr Wachstum, mehr Awareness zu schaffen.

Die Fallbeispiele kamen beispielsweise von P&C Nord mit dem Onlineshop VanGraaf.comadSoulEndereco GmbHTraveldude und natürlich auch von picalike selbst.

Durch die Zusammensetzung der Teams mit Leuten aus ganz unterschiedlichen Unternehmen und aus unterschiedlichen Bereichen, ist man ziemlich genial weggekommen vom Standardprogramm, das man normalerweise im Marketing fährt. Das hat mir sehr gut gefallen. – Thomas Ziegler von Adsoul

Growth Hacking Workshop mit Andreas Anding

Mit welchen Methoden kann Wachstum generiert werden?

Es gibt zahlreiche Methoden mit denen man “growth hacking”-mäßig Wachstum generieren kann. Hier sind ein paar Beispiele aufgelistet:

  • Referral-Programme: Kunden empfehlen die Marke weiter. Kunde und Neukunde werden belohnt. So wurde zum Beispiel der Cloud-Dienst dropbox sehr bekannt.
  • Influencer Marketing: Welche Personen haben in der entsprechenden Branche bereits eine hohe Reichweite? Wie können sie genutzt werden, damit die Marke wächst? Besondern YouTuber und Instagramer eignen sich dafür.
  • E-Mail-Marketing: Können wir Inhalte erzeugen, die die Kunden jeden Tag in ihrem Posteingang ersehnen? Und dann teilen? Wie die Briefings, die einige Chefredakteure täglich versenden?
  • Social Sharing: Wie können wir unsere Kunden zu Markenbotschaftern machen? Wie ihre Freunde wissen lassen, dass sie unser Produkt benutzen? So wie es der Musikdienst Spotify z.B. vormacht?
  • Application Programming Interfaces? (API’s): Können wir Schnittstellen zu unseren Inhalten einrichten, damit Web-Entwickler sie in Ihre Projekte integrieren? Zum Beispiel eine Bestseller-Liste, die dann auf anderen Webseiten, Blogs oder Sozialen Netzwerken erscheint und das eigene Produkt promoted.
  • Viraler Content: Welche Inhalte können viral verwendet werden – und welche nicht. Das betrifft die Themen, die Zeilen, die Texte, die Bilder. Wer erfolgreich Growth Hacken will, benötigt solche Inhalte.

Einen eigenen Growth Hack erschaffen ist die wahre Königsdisziplin.

Strategische Wettbewerbsanalyse

Strategische Wettbewerbsanalyse

So gern man auch die nächsten Schritte vorausplanen möchte, manchmal macht einem einfach jemand oder in diesem Falle “Etwas” einen Strich durch die Rechnung. So auch am vergangenen Freitag, als unser Workshop-Speaker Johannes Deltl am Wiener Flughafen fest saß und leider erst mit einer Verspätung bei uns im hohen Norden landete. Wie sich herausstellte, hat sich das Warten aber gelohnt! Johannes ist echter Profi in Sachen “Strategische Wettbewerbsbeobachtung”. Als Geschäftsführer der Beratungsfirma Acrasio kann er auf eine über 20-jährige Berufserfahrung auf Kunden- und Beraterseite zurückblicken. Als Buchautor, Universitätsdozent und Referent klärte uns der gebürtige Wiener u. a. über den Wettbewerbsbeobachtungsprozess, Evaluierungsmöglichkeiten und Vorgehensweisen in ganz unterschiedlichen Branchen auf. Mit einem kurzen “Hands-on”-Part aus dem agilen Projektmanagementbereich wurde die Methode der Priorisierung veranschaulicht.

Unternehmen sollten sich aktiv damit auseinandersetzen, wer in Zukunft eigentlich ein Konkurrent werden könnte.

Die nächsten, aber auch die über-, übernächsten Schritte seiner Konkurrenz voraussehen, für das eigene Unternehmen einordnen und einschätzen, um dann angemessen darauf reagieren zu können. Darauf kommt es bei einer strategischen Wettbewerbsbeobachtung an. Mit zahlreichen Beispielen, Vorgehensweisen, Evaluierungsmöglichkeiten und Praxisbeispielen aus ganz unterschiedlichen Branchen, brachte uns Johannes das Thema näher, so dass es im Anschluss wieder (bei Bier, Cider und Pizza) zu einem regen Austausch kam.
Strategische Wettbewerbsanalyse - Johannes Deltl
Gruppenarbeit_Workshop_Deltl
Strategische Wettbewerbsanalyse

Interview mit den Workshop-Teilnehmern

Interview mit Philip von DACAPO (Otto Group)

Hallo Philip, stelle dich doch einmal kurz vor.
Ich bin Philip und mache derzeit ein 6-monatiges Praktikum bei der Otto Group im Team von DACAPO. Dort mache ich Datenvisualisierung und Machine Learning.

Was studierst du?
Ich studiere Quantitative Finance im Masterstudiengang in Kiel.

Was genau sind deine Aufgaben bei DACAPO?
Datenvisualisierung mit Tableau. D.h. ich greife auf eine Datenbank zu, in der Daten von gecrawlten Onlineshops gespeichert sind und stelle Dashboards zusammen, die sich unsere Kunden gewünscht haben. Oder ich stelle Dashboards zusammen, von denen wir denken, dass unsere Kunden das interessieren könnte oder wo schon bereits der Wunsch von den Kunden kam, dass “das und das” dargestellt werden sollte. Der Input für die Visualisierung kommt zu 90% vom Kunden.

Das ist ja im Grunde genommen Wettbewerbsanalyse. Und ihr beantwortet dann Fragestellungen wie: Was ist z. B. die Preisstrategie meiner Wettbewerber?
Ja, genau. Oder Sortimente, Farben u.v.m.

Und ihr bietet den euer Dashboard und die Kunden können sich selbst die Reports ziehen? Oder schickt ihr die Analysen sozusagen proaktiv zu?
Von uns bekommen die Kunden die Daten und/oder die Dashboards.

Was hast du aus dem heutigen Workshop mitgenommen?
Für mich war der ganze Bereich der Planung und auch die Evaluierung am Ende interessant: Was hat dem Kunden unser Tool, das wir zur Verfügung stellen überhaupt gebracht für seine Entscheidungsfindung oder wäre es in Zukunft doch interessant andere Bereiche zu beleuchten? Und gemeinsam mehr arbeiten dort hineinzustecken sich entweder intern zu überlegen oder gemeinsam mit dem Kunden, was denn letztendlich überhaupt interessant ist. Anstatt tagelange Analysen zu fahren, diese dem Kunden zu zuschicken und am Ende nicht zu wissen, ob es den Kunden überhaupt interessiert.

 
Buch über Strategische Wettbewerbsanalyse

Interview mit Adrian von bonprix

Hallo Adrian, stelle dich doch einmal kurz vor.
Ich bin Adrian, komme von bonprix und bin dort Projekt Manager in einer Abteilung, die Software-Produkte für den Einkauf- und Supply-Chain-Bereich entwickelt. D. h. alles Inhouse-Produkte, die sich primär auf den Einkauf beziehen. Und aktuell bin ich hauptsächlich im Forecasting unterwegs. D. h. Demand Forecasting auf Produktebene.

Was für eine Vorlaufzeit habt ihr da?
Unterschiedlich. Im Idealfall sind es schon über 6 Monate. Es kommt aber ganz darauf an. Wir haben natürlich unterschiedliche Arten von Produkten. Manche Produkte gibt es schon seit über 15 Jahren und die haben sich nie geändert. Ein ganz großer Anteil an Produkten wird aber nur ein einziges Mal für eine einzige Kollektion eingesetzt und kommen nie wieder.

Wie viele Kollektionen habt ihr im Jahr?
Mittlerweile sind wir bei 12 Kollektionen pro Jahr angekommen, eine pro Monat.

Was war für dich interessant? Warum bist du zu diesem Workshop gekommen?
Ich habe von diesem Workshop von meinem Abteilungsleiter erfahren. Und es passt eigentlich ganz gut in diese Forecasting-Thematik rein, weil da natürlich auch Konkurrenzdetails eine Rolle spielen. Je nachdem wie viele Produkte die Konkurrenz in irgendeiner Art und Weise die Produkte gerade anbietet, kann das ja schon Einflüsse haben und das beachten wir – zumindest auf dieser technischen Ebene – nicht.

D.h. ihr betreibt Forecasting aktuell nur anhand der historischen Bestandsdaten?
Richtig.

Gibt es ein Thema, das du für einen kommenden Workshop interessant findest?
Eigentlich auch alles rundum Produkt-Attribute. Also welche man evtl. auch aus Bildern ziehen kann. Denn letztendlich sind diese auch verantwortlich für den Erfolg vom Forecasting. Da würde es mich schon interessieren, wie viel und was ihr alles aus Bildern rausziehen könnt.

D.h. momentan wisst ihr zwar, was sich gut verkauft hat, aber ihr könnt nicht betiteln, ob es jetzt an den kurzen Ärmeln oder an einem bestimmten Muster lag?
Nein, also wir nutzen auch wahnsinnig viele Attribute, aber die sind halt alle händisch eingegeben und auch das ist etwas, wo man drüber nachdenken könnte das auch teil zu automatisieren. Gerade wenn bei Artikeln Muster angelegt werden, muss man sehr viele Attribute anlegen für einen Artikel, der vielleicht nie den Markt sieht. Und das ist natürlich
eine gewisse Arbeit. Auch das wäre dann interessant, dass man z. B. automatische Attributsvorschläge auf Basis von Fotos bekommen könnte.

Fashion Marketing & Predictive Analytics

Fashion Marketing & Predictive Analytics

Vergangene Woche durften wir Marketing-Experte, Buchautor und Professor für Brand Management an der Brand University of Applied Sciences in Hamburg, Dr. Jörg Igelbrink in unserem Hause für den Workshop “Fashion Marketing & Predictive Analytics” begrüßen. In lockerer Atmosphäre gab Jörg uns Antworten auf grundlegende Fragestellungen wie:

  • Gibt es ein Grundverständnis zur Topic “Trend”?
  • Ab welchem Zeitpunkt sprechen wir von einem “Trend”?
  • Welche Perspektiven sind relevant?
  • Wo, wie, wann entstehen Trends, die die Branche beeinflussen?
  • Welche Erfolgsfaktoren beeinflussen Trends?
  • Welche Rolle spielen Opinion Leader, Early Adopter und Influencer beim Generieren von Trends?
  • Wie wird sich die Nachfrage nach unserem Produkt denn nun entwickeln?

Mit vielen Fallbeispielen und Expertenwissen aus der Modebranche konnte uns Jörg dieses komplexe Thema näher bringen und lieferte sogar ein paar Insights aus seinem in Kürze erscheinenden Buch “Perceived Brand Localness: An Empirical Study of the German Fashion Market (Business Analytics)” (Erscheinungsdatum Dezember 2019 im Springer Gabler Verlag) in Zusammenarbeit mit IBM Cognos Analytics.

Im Anschluss an den Workshop hatten wir die Gelegenheit Jörg und auch einigen Workshop-Teilnehmern ein paar Fragen zu stellen.

Workshop: Fashion Marketing & Predictive Analytics 9

Interview mit Dr. Jörg Igelbrink

Wie kommt es, dass du dich so gut mit Mode auskennst?
In der Zeit bei adidas als Produkt-/ Brandmanager war ich verantwortlich für das Department Soccer. Das Equipment der Spieler ist mittlerweile hochfunktional. Anatomische Schnittführung, Atmungsaktive Climalite Fabrics, Kapillar Effekte, etc.. Das Wissen in diesem Bereich war die Basis für den Wechsel zum Business Unit Leiter Tennis. Zu der Zeit wurde Tennis modischer. Der reine „weißen Sport“ wurde durch Typen wie Andre Agassi farblich schriller und Anna Kurnikowa luxuriös-eleganter. Ich habe Kollektionen verantwortet für Anna Kurnikowa und dadurch meine Leidenschaft für Mode und aktuelle Trends entdeckt. Der pragmatische Blick für Sport-Funktion ist immer geblieben. Deshalb ist der Trend „Athleisure“ so spannend.
 

Workshop: Fashion Marketing & Predictive Analytics 10

Warum hast du damals deinen Job als Produktmanager bei Adidas an den Nagel gehängt und dich dazu entschieden in die Lehre und Forschung zu gehen?
Nach den Jahren im Management bei adidas war ich als Etat-Direktor bei einer großen Werbeagentur verantwortlich für ein 20-köpfiges Team in Hamburg. Das Wissen dieser praktischen Erfahrung an Studenten und Start-Up-Labels zu transportieren macht große Freude. Mit meiner Dissertation im Bereich Wahrnehmung und Konsumenteneinstellung lokaler Marken erforsche ich, welche Faktoren dazu führen, dass Konsumenten eine positve Einstellung zu lokalen Modemarken haben.
 
Was bedeutet “Trend” für dich?
Im ersten Moment ist Trend „steigende Quantität über die Zeit“. Ein Modetrend zeichnet sich für mich ab, wenn eine größere Anzahl an modeinteressierten Menschen der Opinion Leader, Influencer und Early Adopter ein bestimmtes Produkt oder Kaufverhalten annehmen, welches dann zu einem attraktiven Selbstverständnis in der Masse wird. Die Trenderkennung aus marketingtechnischer Sicht, d.h. Trends FRÜHZEITIG zu erkennen, um Prämienpreise bei „optimalen“ Markteintritt zu generieren, TRENDVERLÄUFE verstehen, um das „Marketing“ anzupassen, und TRENDS BEEINFLUSSEN um sie zu dehnen und lange am Produkt zu verdienen; das sind für mich spannende Themen! Dafür muss man ein tiefes psychologisches Verständnis des Konsumenten und seinen Gewohnheiten und Mustern gewinnen.

Workshop: Fashion Marketing & Predictive Analytics 11

Wie wichtig wird in deinen Augen das Thema “daten-getriebenes Marketing” sein?
Das Thema ist aus dem Blickwinkel von Big-Data sehr relevant. Insbesondere, die aus Social Media Daten generierten Echt-Zeit-Daten, sind für die kundenorientierte Marketingsteuerung wichtig. Und auch die Qualität der Informationen, eine individualisierte genauere Zuordnung wird höher. Zum einen kann daraus das Käuferverhalten noch genauer analysiert werden, welche Motivationen und Einstellungen der individuelle Konsumenten zu einem Produkte oder Dienstleistung hat und welche Anforderungen daraus an das Produkt gestellt werden. Die daraus generierten Informationen, werden individuelle, spezifische Produktlösungen hervorbringen. Ich möchte aber betonen, dass dies ohne einen digitalen ethischen Umgang mit Informationen nicht möglich ist. Nur so werden wir SINNVOLLE Lösungen im Marketing stiften.
 
Wie siehst du die Zukunft des Modemarketings? Wo wird die Reise hingehen?
Die Frage ist zu allgemein, als dass sie in 2 Sätzen beantwortet werden könnte. Grundsätzlich sehe ich die Entwicklung im Bereich des Markenaufbaus- und managements als die herausforderndste im Modemarketing. Für die Menschen vor dem Hintergrund einer digitaler werdenden Welt, und wachsenden nachhaltigen, ethischen Ansprüchen der Konsumenten sinnstiftende starke Marken aufzubauen, sie zu pflegen, und attraktiv zu gestalten, so dass sie Orientierung geben und bei der eigenen Identitätssuche ein vertrauensvoller Partner sind. Das wünsche ich mir in einer komplexer werdenden Welt.

Interviews mit den Workshop-Teilnehmern

Interview mit Julia von Peek & Cloppenburg

Welchen Jobtitel, welche Position hast du bei P&C?
Ich bin verantwortlich für das ganze Shopmanagement. Dazu gehört das Merchandising, Grafikdesign, aber eben auch das Shopmanagement und der Shopbetrieb, also die gesamte Shopentwicklung bei P&C.

Was hat dich an dem Workshop-Thema angesprochen? Was war deine Motivation hierherzukommen?
E-Commerce und Mode sind schon spezielle Bereiche. Ich war ganz lange bei Otto und darüber kenne ich auch Sebastian. Dort habe ich auch ganz viel das Thema “Personalisierung” mit weiterentwickelt für den Onlineshop und danach war ich bei Alba Moda. Also dieses Fashionthema in Kombination mit Predictive ist schon sehr spannend. Einfach ein bisschen Inspiration holen und auch um auf verschiedenen Ebenen auch nochmal mit euch ins Gespräch zum Thema “Meta-Daten an Bildern”, also visuelle Erkennung zu gehen. Also auch nochmal in diese Richtung zu schauen, wie weit ihr (Picalike, Anm. d. Red.) auch seid. Und ich finde es total toll, dass ihr so eine offene Runde macht.

Hat euch der Vortrag gefallen? Was fandet ihr besonders gut? Was hättet ihr vielleicht etwas anders erwartet?
Ja, mir hat der Vortrag absolut gefallen. Ich hatte es tatsächlich von Schwerpunkt her anders erwartet. Aber ich finde, bei so einem Thema ist es immer sehr spannend, wie man es zahlen-seitig abbildet. Das ist auch etwas, das bei uns im Business noch fehlt. Auch was kommt wirklich, was funktioniert, was nicht. Der Speaker hat echt ein Fashion-Know-How mitgebracht, damit hätte ich jetzt in dem Kontext nicht gerechnet. Ich muss sagen, dass ich es eigentlich etwas technik-lastiger erwartet hätte, was auch aus der Konstellation mit euch begründet ist. Ich fand beide Perspektiven aber sehr wertvoll.

Gibt es ein Thema, das du für einen Workshop interessant fändest? Gibt es vielleicht ein Gebiet, mit dem du dich gerade beruflich auseinandersetzt, zu dem du mehr erfahren möchtest?
Wir haben tatsächlich gerade das Thema “Bilder Meta-Daten am Artikel zu generieren”. In Richtung Fashion Cloud, also Daten-Generierung zu den Artikeln. Das wurde ja auch kurz angesprochen und was man alles anzapfen kann, um möglichst auch Freeware-mäßig alle Daten zu einem Artikel zusammenzutragen. Vielleicht als eine Idee: Wenn Artikel in Social Media gepostet werden, vielleicht kann man da auch Daten am Artikel generieren und speichern. Das wäre interessant für uns.

Und wie würdet ihr das nutzen wollen? Für Personalisierung?
Für Personalisierung, für die gesamte Shopsteuerung und für Content.

Workshop: Fashion Marketing & Predictive Analytics 12

Interview mit Sven-Robert von S24.com

Welchen Jobtitel, welche Position hast du bei Shopping24?
Ich arbeite bei Shopping24 als Software-Entwickler im Backend-Bereich. Mehr im Datenmanagement als jetzt die Suche.

Was hat dich an dem Workshop-Thema angesprochen? Was war deine Motivation hierherzukommen?
Einerseits war es interessant für mich, weil ich vorher auch im Fashionbereich gearbeitet habe. Zum anderen ist es auch aus beruflicher Sicht interessant: Im Moment ist bei uns fashion24.de das stärkste Portal. Die Daten, die darüber erhoben werden, die Daten, die man braucht, um damit zu arbeiten, um Geld zu verdienen, Business zu machen, sind sehr anspruchsvoll, aber auch mit vielen Möglichkeiten verbunden und das ist halt grundsätzlich ein Bereich, der aus Sicht des Programmierers unglaublich viele Anwendungsmöglichkeiten bietet. Es ist einfach an sich ein komplett interessantes Gebiet und auch die ganze Verbindung mit dem Begriff “Trends”, der ja auch bei uns extrem relevant ist. Zudem hatte ich da sowieso gerade tatsächlich eine Idee vor ein paar Tagen für ein eigenes, kleines Experiment oder was ich mal machen wollte und da hatte ich gehofft, ein paar Anreize noch mitzubekommen.

Hat dir der Vortrag gefallen? Was fandst du besonders gut? Was hast du vielleicht etwas anders erwartet?
Ich hatte jetzt ein bisschen gedacht, weil es Picalike ist, dass es auch ein bisschen etwas mit Computer Vision/Bildanalyse zu tun hat. Ich fand den Vortrag sehr gut, sehr interessant. Ich fand auch, dass man gemerkt hat, dass der Dozent Übung darin hat. Er ist es gewöhnt vor Leuten zu sprechen und kennt sich in seinem Bereich aus. Er hat da echt Kompetenz übertragen und es war ein top Vortrag. Als hätte ich eine gute Vorlesung an der Uni besucht.

Gibt es ein Thema, das du für einen Workshop interessant fändest? Gibt es vielleicht ein Gebiet, mit dem du dich gerade beruflich auseinandersetzt, zu dem du mehr erfahren möchtest?
Bei der Arbeit habe ich in letzter Zeit die Gelegenheit genutzt, um alle Bereiche einmal kennenzulernen. Welche Begriffe werden in den unterschiedlichen Teams benutzt. Ein Beispiel: Wenn wir “Feed” sagen, dann heißt es bei anderen “App” und wenn wir “Kunde” sagen, fallen die Antworten auch ganz unterschiedlich aus. Daher habe ich mir etwas Zeit genommen, mein Onboarding einfach selber zu machen. Aber abseits von dem gibt es Themen, wie z. B. Graphen-Datenbanken. Das wäre ein ganz interessantes Thema auf Grund der Datenstrukturen, die dahinter stecken. Was auch interessant ist, weil es gerade in Zukunft immer wichtiger wird, ist die GPU-Programmierung in Python. Also wo die Berechnung nicht auf dem Prozessor ausgeführt wird, sondern auf der Grafikkarte. So etwas wie z. B. Bildanalysen sind extrem rechenaufwendig und wie kann ich es vermeiden, meine Berechnungen auf einem Cluster mit 1000 Prozessoren laufen zu lassen, wenn es auch mit drei möglich wäre, dafür aber jeweils eine dicke Grafikkarte drin steckt.

Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse

Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse

Bei unserem gestrigen Workshop zum Thema “Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse” durften wir Akanoo-Geschäftsführer und Digital Marketing Expert Benjamin Ferreau begrüßen. 17 Teilnehmer versammelten sich in unseren Räumlichkeiten und hörten gespannt dem Vortrag von Benjamin zu. Von den Anfängen der Customer Journey (mittelalterliche Marktplätze, Filialen, Kataloge) bis hin zu intelligenter, daten-getriebener Kundenansprache. Es muss letztendlich egal sein, wo sich der Kunde gerade aufhält und wo die Conversion stattfindet.

Vom electronic-Commerce zum everywhere-Commerce.

Die Customer Journey unterliegt einer Evolution der Kundenbeziehung und der Kundenansprache. Auf Basis des Kundenverhaltens wird die optimale Ansprache gewählt, um so eine Online-Experience zu schaffen. Dabei können unterschiedliche Omni-Channel-Konzepte verfolgt werden (Hint: Nur auf Gutscheine zu setzen ist nicht so cool). Vielmehr muss die Customer Experience auch durch nicht-monetäre Kampagnen verlängert werden.

Die Customer Journey wird zur Customer Interest Journey.

Workshop: Customer Journey - Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dabei ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der modernen Customer Journey von entscheidender Bedeutung. Nur mit Hilfe von Daten können auch die Bedürfnisse von sogenannten Unknown Customers verstanden und befriedigt werden. Zuvor konnte die KI das Kundenverhalten zwar analysieren und daraus Prognosen und Zielkunden ableiten, jedoch stets auf Basis historischer Daten. Aber KI und Omni-Channel haben eine neue Evolutionsstufe erreicht. Jetzt kann die KI Kundenverhalten in Echtzeit ermitteln und ständig optimieren. So vermeidet man eine starre Kategorisierung und setzt den einzelnen Kunden in den Fokus.

Everywhere-Commerce findet einfach noch nicht statt.

Echtes Omni-Channel spielt hierbei eine essentielle Rolle, um die Experience zu verlängern. Leider findet echtes Omni-Channel in Deutschland fast gar nicht statt. Es wird noch zu sehr in einzelnen Silos mit abgeschotteten KPI’s gedacht, anstatt eine allumfassende Erfahrung, ein Everywhere-Commerce zu schaffen.

Diese 3 Key Learnings haben wir für euch herausgepickt:

1. Der Fokus geht von dem klassischen eCommerce zum kanal-unabhängigen everywhere-Commerce. Einzelhändler müssen sich dazu auch organisatorisch umstellen, um die einzelnen Kanäle besser zu verzahnen und für Kunden auf allen Ebenen ansprechbar zu sein.

2. Neben Macro-Transactions (Conversions) sollten auch Micro-Transactions (Impressions, Referrals, Baskets etc.) intensiv beobachtet und optimiert werden. Dadurch lassen sich evtl. neue Wege finden, besser mit Kunden zu kommunizieren und diese zur Conversion zu bewegen.

3. Um als Shop die Kunden nicht zu Discount-Jägern zu erziehen und damit in eine Preisabhängigkeit zu gelangen, sollten vorwiegend nicht-monetäre Maßnahmen ausgebaut werden, um die Customer Experience zu verbessern.

Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse 2

Benjamin Ferreau spricht über die Customer Journey

 

Interview mit Benjamin Ferreau

Was hat dich als Schwabe in den Norden verschlagen?
Nach meinem Wirtschaftsingenieursstudium bin ich für den Job in den Norden gekommen. Ich habe dort bei der EversFrank-Media Group gearbeitet, Deutschlands zweitgrößte Print- und Medien-Gruppe. Dort habe ich mich vor allen Dingen um die Themen Corporate Development, Digitalisierung sowie Fusionen und Übernahmen gekümmert. Seit 2017 bin ich Geschäftsführer von Akanoo, einer Digital-Tech-Agentur.

Was genau machst du bei Akanoo? Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Ich bin Geschäftsführer und verantworte bei Akanoo die Bereiche Strategie, Finance, Investorensuche, Stake- und Shareholder Management sowie Sales und Marketing. Einen richtigen Arbeitsalltag habe ich als Geschäftsführer eigentlich nicht. Ich fange immer relativ früh an, zwischen 7.00 und 7.30 Uhr und versuche mit administrativen Themen zu starten. Tagsüber bin ich dann meistens unterwegs. Abends versuche ich wieder meinen Rhythmus einzuhalten und auch wieder administrative Aufgaben zu erledigen. Einen richtigen Alltag gibt es aber nicht.

Du bezeichnest dich selbst als “Customer Journey Optimizer”. Was genau meinst du damit?
Eigentlich ist damit die Botschaft von Akanoo gemeint: Wir versuchen den Kunden auf seinem Weg zum Abschluss mit unterschiedlichen Ankerpunkten zu unterstützen.

Was hat dich motiviert in diesem Bereich zu arbeiten?
Vor allen Dingen die Technologie, also die KI. Aber auch der E-Commerce und das Start-up-Umfeld. Aber die Technologie war schon der ausschlaggebende Punkt.

Welche Herausforderungen siehst du in der Modebranche bei dem Thema “Customer Journey”?
Die größte Herausforderung ist eigentlich der Wettbewerb: Neue Brands kannibalisieren die alt-etablierten Brands. Da wird es immer schwieriger zu bestehen. Eine weitere Herausforderung ist ganz klar die eigene Struktur im Unternehmen. Hier muss noch ein großes Umdenken stattfinden.

Wie und wo informierst du dich über die Branche?
Ganz viel läuft bei mir über das Netzwerk. Ich bin gut vernetzt und tausche mich hier regelmäßig über die Branche aus. Aber auch spezifische Plattformen, Blogs und Studien lese ich zwischendurch.

Wo, denkst du, geht die Reise im E-Commerce hin?
Ich denke, dass der Marktplatz-Gedanke einen enormen Impact haben wird. Für große Hersteller ist es eigentlich egal, auf welcher Plattform sie verkaufen, aber der Handel muss eine gewisse Masse abbilden und da wird es immer schwieriger.

Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse 3

Sandra und Benjamin im Gespräch

Interviews mit Workshop-Teilnehmern

Interview mit Falko von Zwanzigzehn GmbH

Welche Position hast du bei Zwanzigzehn?
Ich bin Geschäftsführer von Zwanzigzehn GmbH und Leiter des Onlineshops von myclassico.com.

Womit beschäftigst du dich im Arbeitsleben? Was genau beinhaltet deine Position?
Mit meiner Agentur helfe ich beim technischen und strategischen Aufbau von Onlineshops und stehe beratend zur Seite. Auch SEA-Maßnahmen haben wir in unserem Portfolio.

Warum bist du hier? Was hat dich motiviert zu diesem Workshop zu kommen?
Ich erhoffe mir neue Denkansätze und Sichtweisen rund um das Thema Customer Journey. Auch unsere Kunden sind nicht beim Everywhere-Commerce angekommen und da hilft es oftmals, sich die einzelnen Schritte nochmal ins Gedächtnis zu rufen. So können wir dem Kunden das Bild von Omni-Channel und Everywhere-Commerce verdeutlichen, denn da ist oftmals noch viel Überzeugungskraft angesagt.

Was fandest du am Workshop besonders interessant?
Der tiefe Einblick in die Technologie, sowie die Übersichten und Charts. Die bringen einen immer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen und verdeutlichen, was man eigentlich macht.

Worüber würdest du gerne noch mehr erfahren?
Mich würde noch interessieren, wo Deutschland im Branchenmix steht. Wie sieht allgemein die Denkweise zum Thema Customer Experience bzw. Omni-Channel aus. Sind andere Branchen hier schon weiter?

Die Teilnehmer des Workshops hören gespannt zu

Die Teilnehmer des Workshops hören gespannt zu

 

Interview mit Philip und Niklas von der OTTO Group

Welche Positionen habt ihr bei der OTTO Group?
Wir sind Projekt Manager Customer & User Experience bzw. Prozessoptimierer

Womit beschäftigt ihr euch im Arbeitsleben? Was genau beinhalten eure Positionen?

Wir sind historisch als klassischer Dienstleister gewachsen und auch jetzt sind wir innerhalb der OTTO Group beratend, ausführend und analysierend tätig. Unsere Methodenkompetenzen werden angefragt und wir sind dann sozusagen als Projektmanager tätig. Wir betrachten dabei die unterschiedlichen Kontaktpunkte der Customer Journey, wie zum Beispiel die Verpackung.

Warum seid ihr hier? Was hat euch motiviert zu diesem Workshop zu kommen?
Grundsätzlich ist es für uns natürlich ein spannendes Thema und wir erhoffen uns frische Impulse. Es ist interessant das Thema aus einem Start-up-Umfeld zu betrachten. Wir sehen es ja immer nur aus Konzernsicht. Für unseren Job sind die Customer Journey und das Customer Journey Mapping essentiell, aber es findet nicht immer Beachtung. Es wird noch zu sehr in Silos gedacht.

War der Workshop für euch interessant und wenn ja, was genau?
Ja, sowohl der Inhalt als auch der Rahmen, in dem dieser Workshop stattfindet, ist sehr interessant. Zum einen haben wir neue Denkanstöße und Impulse erhalten, zum anderen findet man aber auch Bestätigung in seiner täglichen Arbeit. Viele Charts hat man zuletzt in der Uni gesehen. Da ist es gut, dieses Wissen wieder ins Gedächtnis zu holen. Auch die vorausschauende Sichtweise ist interessant, also Stichwort Everywhere-Commerce. Bei der OTTO Group dreht sich ja derzeit auch vieles um Connected Commerce. Das sehen wir also ganz ähnlich. Interessant war auch die Erkenntnis, dass der Gutschein tatsächlich tot ist und man über neue Ansätze nachdenken muss.

Worüber würdet ihr gerne noch mehr erfahren?
Natürlich wäre Weiteres zum Thema Customer Journey bzw. Customer Experience interessant. Aber auch Maßnahmen zur Personalisierung, die ja sehr viel mit in die Customer Journey einfließen, wenn nicht sogar diese bestimmen.

Interview mit Tobias von Fixson Media GmbH

Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse 4Customer Journey: Die Eckpfeiler einer detaillierten Kundenanalyse 4
 
Kundenansprache und Kanalintegration
 

Welche Position hast du bei Fixson Media?

 

Ich bin Geschäftsführer.

Womit beschäftigst du dich im Arbeitsleben? Was genau beinhaltet deine Position?
Fixson Media ist eine Online-Media-Agentur. Wir helfen dabei Portale, Websites und Shops an den Markt zu bringen.

Warum bist du hier? Was hat dich motiviert zu diesem Workshop zu kommen?
Zum einen, weil Sebastian ein alter Freund von mir ist und er mich eingeladen hat, aber zum anderen auch, weil das Thema für unsere Agentur interessant ist.

Was fandest du am Workshop besonders interessant?
Auch wir stellen immer wieder fest, dass viele Unternehmen nicht soweit sind, obwohl die Technik da ist. Da fehlt es an Offenheit und Struktur innerhalb der Unternehmen. Das wurde in diesem Workshop nochmal bestätigt. Zudem war es eine gute Mischung aus Plakativem, also konkreten Anwendungsbeispielen und Definitionen. Die Folie Nr. 29 [siehe Abb. rechts, Anm.d.R.] fand ich besonders interessant: Hier wird einfach verdeutlicht, dass man eigentlich keine Evolutionsstufe auslassen kann und nur wenn man die Daten hat, bekommt man den Kunden dann hin zum Everywhere-Commerce. 

Worüber würdest du gerne noch mehr erfahren?
Mich interessiert eigentlich alles, was mit Unternehmensentwicklung zu tun hat.

Anm. d. R.: Die Interviews wurden protokollarisch festgehalten.

Menswear DeCoded: 10 Regeln, um sich als Mann gut zu kleiden

Menswear DeCoded

Es gibt sicher Millionen Mal mehr Ratgeber zu Outifts für Frauen als für Männer. Daher werde ich mich diesmal mehr um Regeln der sicheren Zusammenstellung eines Outfits für Männer kümmern. Tagtäglich werden tausende Outfits mit unserer Technologie erzeugt und Millionen Kombinationen angezeigt.

Unternehmen wie Esprit, Hirmer oder Sportscheck nutzen erfolgreich unsere Complete the Look Lösung. Diese Unternehmen haben aber eine extrem hohe Expertise, skalieren diese dann aber noch zusätzlich mit unserer KI.

Aber worauf achten die Stylisten, wenn sie top performende Outfits erstellen? Wir haben uns die Statistiken und Daten der Outfits mal genauer angesehen und folgende Korrelationen erkannt. Einige davon klingen sicher selbstverständlich:

Halte dich an die Basics

Regel 1: Halte dich an die Basics

Wenn es mal schnell sein soll, dann sind Basics das richtige für dich. Mit Basics wirst du in der Regel richtig liegen aber du wirst auch nicht auffallen. Jeans, T-Shirt, Sneaker – Das sind tolle Basics, mit denen man gut durch den Tag kommt. Um nicht ganz 0815 zu sein, kann man den Fokus auf das T-Shirt lenken, indem man dort ein Statement setzt, beispielsweise mit einer ausgefallenen Farbe oder einem auffälligen Druck.

Will man doch etwas stärker auffallen, aber sich an Basics orientieren, sind hochgekrempelte Hosen mit verrückten Socken eine tolle Alternative. Falls im Laufe des Tages sich die Meinung ändert, krempelt man einfach die Hose runter und schon hat man ein Full-Basic-Outfit und kann in der Masse untertauchen.

 

Regel 2: Einfach ist besser

Wie schon bei den Basics, sollte man sich mit der Auswahl sicher fühlen. Ist man sich nicht ganz sicher, sollte man es sich einfach machen und auf der sicheren Seite bleiben. Weißes Hemd, Chino Hose, Gürtel und eine einfache Jacke sind eine simple, aber auch top sichere Auswahl. Es ist unwahrscheinlich, dass man damit etwas falsch macht.

Während Basics fast immer Casual Outfits sind, kann ein einfaches Outfit sowohl Casual, Business wie auch Elegant zugleich sein.

Einfach ist besser
Auf die Passform kommt es an

Regel 3: Auf die Passform kommt es an

Eine der größte Herausforderung ist die passende Größe. Bei Damen- und Herrenbekleidung gibt es unterschiedliche Anforderungen an ein gut sitzendes Kleidungsstück. So ist es auch für Männer keine einfache Aufgabe das passende Hemd, die perfekte Hose oder die idealen Schuhe zu finden.

Im Falle, dass man nicht 100% der Norm entspricht (wer tut das schon…), sollte man eine Änderungsschneiderei in seiner Nähe aufsuchen. Ärmel- oder Beinlänge kürzen oder alles etwas enger oder weiter nähen lassen. Man sieht nicht nur besser aus, wenn alles passt, man fühlt sich auch um einiges besser.

Folgendes sollte man sich merken: Fit comes first.

Regel 4: Bewusst beschichten

Aufgepasst: Nutze deine Kreativität, lasse sie aber nicht mit dir durchgehen, nicht alles lässt sich stilsicher kombinieren.

Gerade im Herbst und im Winter ist ein Zwiebel-Look mega angesagt. Shirt, Pullover und Jacke halten uns nicht nur warm. Bei mehreren Schichten, kann man mehrere Teile kombinieren und so viel interessantere Outfits kreieren.

Bewusst beschichten

Regel 5: Es soll natürlich aussehen

Ein Outfit sollte nicht nach Arbeit aussehen. Damit meine ich nicht einen Business-Look sondern, ideal ist ein Outfit dann, wenn es aussieht, als wäre es einem total leicht gefallen alles so perfekt zu kombinieren. Erst recht dann, wenn man mal etwas Neues ausprobieren möchte.

 
Es soll natürlich aussehen
Probier mal Neues aus

Regel 6: Probier mal Neues aus

Viel zu oft bestehen Outfits für Männer aus den gleichen Teilen und den gleichen Mustern. Man(n) sollte hin und wieder auch mal etwas Neues probieren. Gehe mal in einen Laden und wähle Teile aus, die du sonst nicht anprobiert hättest. Probiere sie mal an und vielleicht entdeckst du eine ganz neue Seite an dir.

Das gleiche zählt auch beim Erstellen von Outfits in unserer Look-Lösung. Neues muss nicht schlecht sein und kann einem eine ganz neue Perspektive eröffnen.

 

Regel 7: Farben als Akzent

Farben zu kombinieren ist praktisch eine Wissenschaft für sich. Wer sich nicht mit Farbtheorien auseinandersetzen will, hält sich einfach an das Altbewährte. Ein oder zwei Farbakzente helfen aber beim Aufwerten des Outfits.

Nutze Farben zu deinem Vorteil aber mehrere Farben zu kombinieren ist nur etwas für Outfit-Experten.
Farben als Akzent
Wähle situationsbasierend

Regel 8: Wähle situationsbasierend

Wann sollte man was tragen? Wenn man diese Frage mit ganzer Sicherheit beantworten kann, dann hat man schon 50% erreicht. Mal sind Jeans, Hemd und Sakko perfekt für einen Kundentermin, ein anderes Mal ist man damit Over- oder Underdressed. Hier lauern einige Stolperfallen. Daher sollte man sich erst einmal sicher sein, was zu der anstehenden Situation am besten passen würde. Hat man die initiale Frage beantwortet, kann man mit der Auswahl der Teile seines Outfits starten.

Wenn man die Frage aber nicht beantworten kann, gehe nochmals zurück zu Regel 1 und 2.

Regel 9: Akzeptiere Fehler

Das perfekte Outfit gibt es nicht. Hole Inspirationen von überall. Ob Social Media, Magazine, TV, Freunde oder ein Fremder in der Bahn. Überall findet man andere Menschen, die einen in Sachen Style inspirieren können. Aber eines sollte man nicht machen: sich stressen. Bedenke Regel 5. Daher akzeptiere einfach schon im Voraus, dass es auch mal schief gehen kann. Mal kann eine Farbe nicht gut passen oder man ist der Einzige der ein Hemd trägt.

Nimm es mit Humor und mache es das nächste Mal besser.
Akzeptiere Fehler
Akzeptiere Komplimente

Regel 10: Akzeptiere Komplimente

Etwas, das bei Männern viel seltener vorkommt, als bei den Damen sind Komplimente zum Outfit. Hat man sich gerade erst einen maßgeschneiderten Anzug geholt oder anprobiert, sind Komplimente an der Tagesordnung. Aber im Alltag sind diese, in Bezug auf den Look, eher selten. Daher, wenn man mal deinen Style lobt, nimm es an! Mit solch einer Bestätigung wird man selbstsicherer und gleichzeitig auch sicherer bei seiner Outfit-Wahl.

Aber…

Es waren ja nur 10 sehr simple Regeln, die aber aus tausende kuratierten Looks sich ergeben haben. Sie helfen sowohl beim Anlegen von Looks im System, wie bei der Auswahl vor dem eigenen Kleiderschrank.

Wir planen in der nächsten Zeit auch eine Analyse der Daten bei Damen Outfits. Ich bezweifle aber, dass 10 Regeln dort ausreichen werden…

Informationsextraktion aus Websites (Fokus auf Produkt-Details)

Informationsextraktion aus Websites

Am vergangenen Dienstag versammelte sich in unserem Hause eine Schar von Software-Entwicklern und Daten-Spezialisten, um gebannt den Worten und Tipps von Timo Schulz zu lauschen. Timo ist ehemaliger Mitarbeiter von Picalike und nun Berater bei ITGAIN Consulting. Als Spezialist für Künstliche Intelligenz und im speziellen Machine Learning, Deep Learning und Datenverarbeitung, berät Timo Unternehmen rund um die Themen Advanced Analytics und KI. 

Thema des Workshops, zu dem 20 Teilnehmer aus unterschiedlichen Branchenbereichen kamen, war “Informationsextraktion aus Websites mit Fokus auf Produkt-Details”. Oder anders gesagt: Wie bekommt man strukturierte Daten aus unstrukturierten Texten?

Workshop: Informationsextraktion aus Websites

Wo sind welche Produktdaten zu finden und wie kann man diese strukturiert verarbeiten

Der 1.Teil des Workshops befasste sich mit der Theorie: Von RegEx bis zu Neuronalen Netzen versuchte Timo den interessierten Tech-Profis das Thema Text-Analyse und Text-Mining näher zu bringen und zu verdeutlichen, auf welche Probleme man bei Produkttexten im E-Commerce stoßen kann. Nach einer kurzen Pause ging es dann ins Eingemachte: Es wurde aktiv und mit vielen “Hands-on”-Beispielen in die Laptoptasten getippt und ein reger Austausch zu gelernten Techniken und neuen Anwendungsbeispielen mit vielen Tipps und Tricks fand statt. 

Im Anschluss daran wurde sich noch bei einem kühlen Bier und leckerer Pizza ausgetauscht und ich hatte die Chance den Workshop-Teilnehmern und auch Timo ein paar Fragen zu stellen.

Interview mit Timo Schulz

Ich wollte schon immer mehr aus Daten rausholen.

Warum hast du dich dazu entschieden im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu arbeiten?
Schon 2005, während meines Informatikstudiums, habe ich angefangen, mich mit Daten zu beschäftigen. Ich wollte schon immer mehr aus Daten rausholen und habe viel in diesem Bereich geforscht. Dann wollte ich aber gerne raus aus der Forschung und mein Wissen und die Technologie praktisch anwenden. So bin ich damals zu Picalike gekommen.

Warum bist du dann später in die Beratung gegangen?
Ich wollte irgendwann raus aus dem E-Commerce-Geschäft. Es war sehr mühselig und nervenaufreibend, die Technologie den Unternehmen nahe zu bringen. Oft waren die Unternehmen vom Produkt, der Technologie, überzeugt, dass es funktioniert, aber es scheiterte dann teilweise an politischen Entscheidungen innerhalb der Firma oder es gab doch kein weitreichendes Verständnis dafür. Da ist es natürlich schwierig hochmotiviert zu bleiben. In der Beratung kann ich nun KI in allen Bereichen weiterbringen und ganz ohne Druck den Unternehmen aufzeigen, was alles möglich ist und wie auch sie KI in ihren Unternehmen implementieren können.

Da muss man oftmals noch viel Überzeugungsarbeit leisten.

Welche Herausforderungen siehst du für den E-Commerce in Bezug auf KI?

Die größte Herausforderung besteht eigentlich darin, das Potenzial von KI richtig zu erkennen und einzuschätzen. Und die Akzeptanz: Das Unternehmen muss für sich erkennen, was KI für einen selbst, also für das Unternehmen, machen kann. Da muss man oftmals noch viel Überzeugungsarbeit leisten.

Gab es schon mal einen Fall, bei dem du einem Unternehmen von KI abgeraten hast?
Nein, eigentlich nicht, weil KI so vielseitig einsetzbar ist. Manchmal muss man allerdings aufpassen, dass KI nicht einfach nur als Trenderscheinung verstanden wird. Ganz nach dem Motto: “Wir müssen jetzt unbedingt etwas mit KI machen.” Hier reicht es auch oftmals aus, die vorhandenen Daten im Unternehmen einfach besser zu strukturieren und zu schauen, was können wir aus diesen Daten bereits alles herausholen.

Als Berater sollte man ja immer Up-to-Date bleiben. Wie und wo informierst du dich über die Branche, über neue Entwicklungen in dem Bereich?
Ich widme mich, soweit möglich, einen ganzen Tag intensiv dem Research. Dabei lese ich sehr viel zu dem Thema, verfolge Blogs, höre mir Vorträge von Leuten an, denen ich folge und versuche mir dann im Anschluss daraus einen eigenen Use Case prototypisch zu implementieren. So kann ich dann entscheiden, ob dieser Ansatz in meinen Augen sinnvoll ist, ob man das Thema weiterverfolgen sollte oder eben nicht.

Workshop: Informationsextraktion aus Websites

Gespannt lauschen die Tech-Profis dem KI-Guru Timo Schulz

Und welche Trends sind gerade spannend? Wo geht die Reise hin?
Ich denke alles um das Thema NLU bzw. NLP (Natural Language Understanding bzw. Natural Language Processing, Anm.d.R.) ist sehr interessant und hier wird noch viel passieren.

Apropos Sprachverständnis: Ich habe neulich gelesen, dass man es noch nicht geschafft hat, Künstlicher Intelligenz Humor beizubringen. Ist das richtig?
Ja, das ist in der Tat nicht so einfach. Wenn beispielsweise bei einem Onlineshop die Kundenbewertung steht: “Der Schuh ist riesig, wie ein VW-Bulli.” Dann verstehen wir: “Okay, der Schuh fällt höchstwahrscheinlich ziemlich groß aus. Und es wurde nur einfach etwas lustiger umschrieben.” Die KI würde aber tatsächlich den Schuh mit der Größe eines VW-Bullis vergleichen. Sie denkt halt nicht weiter. Ein weiteres Beispiel: Jan geht ins Kinderzimmer und holt seinen Ball. Dann geht er in den Garten und legt den Ball dort auf den Boden. Wo ist der Ball? Für die KI ist es nicht klar, dass der Ball nun im Garten liegt.

Aus einer verlässlichen Quelle habe ich erfahren, dass du früher bei Picalike Bier-Botschafter warst. Welches ist denn dein Lieblingsbier und warum?
Ganz klar Sierra Nevada Torpedo. Ken Grossman ist ein Held! Er hat die Bierbraukunst revolutioniert. In den 80ern ging er nach Deutschland und kaufte dort ein Kupferbrauhaus, das er dann mit zurück nach Kalifornien nahm. Und ab diesem Zeitpunkt wurde das Bier einfach unschlagbar. Sie verwenden für das Bier ganze Hopfendolden, nicht nur Hopfenextrakt, wie es andere machen, und produzieren einen Teil ihrer Energie über Solar selbst. Als die großen Waldbrände in Kalifornien waren, braute Sierra Nevada ein spezielles Bier und spendeten den gesamten Erlös den Opfern des Feuers.

Interviews mit den Workshop-Teilnehmern

Interview mit Lennart von Shopping24.com

Welche Position hast du bei Shopping24?
Ich bin Search Engine Linguistic Manager.

Und was genau machst du in deinem Job?
Ich helfe bei der Verarbeitung von Suchanfragen. Was geben User als Suchbegriffe ein und ich schaue mir an, was z.B. sprachlich alles drum herum erfasst werden muss, um bestmögliche Suchergebnisse auszugeben.

Warum bist du in diesem Workshop?
Da ich mich in meinem Job auch mit Produkttexten beschäftige, finde ich es interessant zu sehen, wie man dort Informationen extrahieren kann.

Hat dir der Workshop gefallen und wenn ja, was genau?
Ja, ich fand es gut, dass es viele Beispiele gab und wir die Dateien auch zur Verfügung gestellt bekommen haben, so dass man selbst auch noch einmal rumexperimentieren kann. Und die Atmosphäre war sehr entspannt und war nicht ein typisches “Vortragen-und-Zuhören”, sondern eher ein Austausch unter den Leuten. Das fand ich sehr angenehm.

Welche Themen für weitere Workshops wären für dich interessant?
Allgemein interessiere ich mich für Herausforderungen bei Produktsuchen. Z.B. Insights von anderen Website-Betreibern, die auch mit Produktsuche zu tun haben wären interessant. Welche Herausforderungen haben sie und wie lösen sie bestimmte Problemstellungen.

Interview mit den Workshop-Teilnehmern
Lennart von Shopping24 im Interview

Interview mit Sarah von AdSoul

Welche Position hast du bei AdSoul?
Ich bin Linguistikerin.

Und was genau machst du in deinem Job?
Ich glieder sozusagen Keywords auf und versuche sie inhaltlich zu clustern. Eine grammatikalische Verarbeitung von Keywords sozusagen.

Warum bist du hier? Was interessiert dich an dem Workshop?
Dafür muss man erstmal erklären, was AdSoul macht. AdSoul ist im Bereich SEM tätig und kümmert sich um automatisiertes Suchmaschinenmarketing. Schon in der Uni habe ich mich mit den Themen Textmining und Aufbereitung von Daten und Texten beschäftigt. Das Ziel von AdSoul ist es im Grunde genommen irgendwann automatisierte Textanzeigen zu erstellen. Deshalb ist das Thema Datenextraktion so interessant für mich.

Interview mit Marc-Olaf von OGDS

Welche Position hast du bei der OGDS?
Ich bin Software-Entwickler.

Und was genau machst du in deinem Job?
Die OGDS ist ein Company Builder. Wir identifizieren neue und attraktive Geschäftsideen und bauen Prototypen dafür. Wir stellen den Betrieb, die Infrastruktur und die Architektur für diese Prototypen bereit und ich entwickle die Software dazu. Also im Grunde genommen stellen wir eine technische Lösung im Bereich E-Commerce bereit.

Warum bist du hier? Was interessiert dich an dem Workshop?
Ich interessiere mich für die Extraktion aus Texten und interessiere mich dafür, was andere Leute in diesem Bereich machen, welche neuen Ideen es in diesem Bereich gibt. 

Hat dir der Workshop gefallen und wenn ja, was genau?
Ich war primär hier für den Austausch, gar nicht so sehr um mich fachlich weiterzubilden, da ich mich in diesem Bereich bereits sehr gut auskenne. Ich finde aber, dass Timo das Thema sehr gut erklärt und die Breite des Themas gut erfasst hat. Dadurch konnte ich interessante Gedankenansätze und z.T. neue Sichtweisen herausziehen.

Welche Themen für weitere Workshops wären für dich interessant?
Ich bin da immer sehr projektgetrieben. Momentan interessiere ich mich sehr für das Thema Extraktion von Daten aus Bildern. Daher freue ich mich auch, wenn ich mich gerade mit Picalike zu dem Thema noch weiter austauschen kann.

Interview mit Erwin von Shopping24.com

Welche Position hast du bei Shopping24?
Ich bin Java-Entwickler.

Und was genau machst du in deinem Job?
Ich bereite Produktdaten im E-Commerce auf. Ich kümmere mich um die Produktsuche bei Shopping24 und die Betreuung der Back-End-Systeme.

Warum bist du hier? Was interessiert dich an dem Workshop?
Zum einen bin ich hier für die eigene Erweiterung meines Wissens. Zum anderen benutzen wir bei Shopping24 Produktfeeds. Ziel könnte es hier sein, Text-Extraktion von externen Websites ohne Feeds zu realisieren. Workshop: Informationsextraktion aus Websites

Erwin von Shopping24 im Interview

Anm. d. R.: Die Interviews wurden protokollarisch festgehalten.