1 Jahr Projektmanager bei Picalike

Projektmanager

Vor etwas über einem Jahr entschied das picalike-Team, dass es gern einen Projektmanager hätte. Seitdem ist viel geschehen: innere Umstrukturierungen, spontaner Wechsel zu 90 Prozent mobiles Arbeiten bedingt durch Corona, Umzug in das betahaus Hamburg. Da ist es spannend mal zu hören, wie diese herausfordernde Zeit für Maik Kade war.

Projektmanager

Hey Maik, puh, wie die Zeit fliegt! Nun bist du schon ein Jahr Projektmanager bei uns. Was war dein schönstes Erlebnis in dieser Zeit?

Ein Jahr geht wirklich schnell rum. Ein einziges, schönstes Erlebnis ist für mich schwer zu finden. Aus professioneller Sicht sicherlich, dass mir bereits nach 3 Monaten vom C.E.O. Sebastian gesagt wurde, dass er es mittlerweile fast bereut hat, mich nicht schon einige Zeit vorher als Projektmanager an Bord geholt zu haben. Für mich als Quereinsteiger war das sehr beruhigend, da ich somit die Bestätigung hatte, mich in mein neues Aufgabenfeld gut eingefunden zu haben und dass es etwas ist, das ich kann. Insgesamt aber ist es eher so, dass ich mich jeden Tag freue, Teil der picalike-Familie zu sein.

Seit deinem Anfang hier hat sich so einiges verändert. Über welche Veränderung/Neuerung freust du dich besonders?

Besonders freue ich mich darüber, dass wir es gemeinsam geschafft haben, ein sehr agiles Framework für unser Entwicklungsteam aufzubauen, welches Hand in Hand in Zusammenarbeit mit allen anderen Beteiligten funktioniert. Der agile Gedanke war sicherlich schon immer ein Teil von picalike, aber wir haben es im letzten Jahr geschafft, diesen verborgenen Rohdiamanten aus unserem Boden hervorzuholen und ihm den richtigen Schliff zu verpassen. 

Hauptsächlich koordinierst du die Entwickler-Teams. Was sind da die größten Herausforderungen? Und wie meistert man sie?

Also für mich war die größte Hürde, dass ich Sprachwissenschaftler und ehemaliger Dozent bin und eben die technische Seite, das Know-how eines Entwicklungsteams, etwas war und manchmal noch ist, von dem ich wenig Ahnung habe. Wie meistert man es, einem Team bei der Projektbewältigung beiseite zu stehen, wenn man selbst auf der technischen Ebene gar nicht mitreden kann? Indem man tief durchatmet und sich bewusst macht, dass so ein tiefes Wissen gar nicht nötig für meine Aufgabe ist, auch wenn mir das immer wieder mal persönlich nicht gefällt, da ich gern alles verstehen würde. Aber darum geht es bei meiner Tätigkeit als Projektmanager eben nicht.

Ich verstehe mich als die sinnbildliche Schmiere im Getriebe. Wenn alles gut läuft, werde ich fast gar nicht bemerkt. Aber um alles immer gut am Laufen zu halten, da ist es wichtig, dass jeder weiß, was der/die andere macht, kann, und wo vielleicht auch Hilfe benötigt wird. Also geht es um Kommunikation. 

Ich ermögliche und fördere Kommunikation. Ich habe immer für jeden ein offenes Ohr, auch für private Belange. Mitarbeiter sind Menschen und keine Maschinen. Ich bin in fast allen Planungsgesprächen dabei: oft als Moderator, manchmal als Mediator, und immer wieder gerne als die Person im Unternehmen, die z.B. bei Commit Meetings die “dummen” Fragen stellen darf. Eben die Fragen, die ein Spezialist manchmal nicht fragt, aber die doch Probleme und Lösungen aufzeigen können. Mein Unwissen zwingt das Team gelegentlich zu einem Perspektivwechsel. 

Desweiteren sind Wissensaustausch und Dokumentation zwei Teilgebiete der Kommunikation, die elementar sind für ein Entwicklungsteam. Bei uns wird Wissen und Dokumentation nicht einzeln gehortet, sondern als kollektiver Schatz, der gemeinsam zusammengetragen werden muss. Das muss aber organisiert werden, soll nicht langweilig und vor allem nicht zeitraubend sein. Da bin ich als Didakt dann doch sehr gefordert, wie man das am besten hinbekommt. 

Nach deinen ersten Monaten ging es mit der Corona-Pandemie in Deutschland los, eine sehr herausfordernde Zeit für Projektmanager… Wie wurde da mit dem Übergang zum Home Office umgegangen?

Überraschenderweise war das bei uns weniger herausfordernd, als wir alle angenommen hatten. Vor Beginn der Pandemie gab es bei uns nur eine sehr sanfte Fassung von Remote-Arbeiten. Es gab manche, die einen Tag die Woche oder alle zwei Wochen remote gearbeitet haben. Ansonsten waren wir aber immer im Büro. Da wir allerdings seit Anfang des Jahres auf der Suche nach einem neuen Standort waren, gab es schon immer mal wieder leichte Überlegungen mehr remote zu arbeiten. 

Als die Pandemie Ausbrach, hat Sebastian, unser Geschäftsführer, uns offen gefragt, wie wir mit der Situation umgehen wollten. Alle waren für mobiles Arbeiten, zumindest erst einmal. Die Grundvoraussetzungen waren da: Jeder Mitarbeiter hatte bereits einen Laptop und Zubehör. Es wurde nur geklärt, ob jemand etwas spezielles noch für das Home Office brauchte, wie z.B. Bürostühle. Wir sind ein kleines, sehr dynamisches Team, das allein schon durch die Natur unserer Produkte auf ein ständiges Anpassen an veränderte Situationen gewohnt ist. 

Ich denke, wir können uns zu den wenigen Glücklichen schätzen, deren Arbeitsalltag durch die Pandemie vielleicht sogar besser geworden ist und die auch nach deren Ende vermutlich nicht mehr in den alten Arbeitsalltag zurückkehren wollen und werden. Das ist ein ziemliches Privileg, für das ich mehr als dankbar bin.  

Vielen Dank für das Gespräch und dein stets offenes Ohr. Ich wünsche dir weiterhin sehr viel Spaß an der Arbeit hier bei Picalike!

Picalike und das betahaus Hamburg

betahaus Hamburg

Von unseren schnieken, konservativen Büroräumen mit Konferenzraum und Küche, in der fast einmal die Woche unser Chef für das ganze Team gekocht hat, sind wir im Sommer ins betahaus Hamburg gezogen. Mehrere Gründe haben dazu geführt. Jetzt sind wir sehr froh darüber, passt diese super flexible Arbeitsweise doch so viel besser zu unserem Spirit. Einen kleinen Eindruck davon konntet ihr schon in unserem Beitrag “Unser neues Büro”  gewinnen, aber jetzt möchte ich euch das betahaus noch mal genauer vorstellen und über die Philosophie, die dahinter steckt, erzählen. Das betahaus betreibt in Hamburg das betahaus in der Sternschanze und seit 2019 “finhaven by betahaus” in der Hafencity. Wir sind in der Schanze.

Picalike und das betahaus Hamburg 2

©Janine Meyer Photography

Das Gebäude

Ganz einfach ausgedrückt, handelt es sich beim betahaus um einen 2010 gegründeten Co-Working-Space. Die 2500 Quadratmeter erstrecken sich über 4 Etagen, auf denen sich ca. 34 Büros in verschiedenen Größen (für 4 bis 8 Mitarbeiter), 4 Flächen mit mehreren Tischen fürs flexible Arbeiten (Flexflächen), kleine Küchen, 10 Telefonboxen, 3 Workshopräume, 6 Meetingräume, ein Café und eine Lounge verteilen. Außerdem bietet das betahaus 1 Remote Studio für Podcast-, Greenscreen- und Webinar-Produktionen, eine Tiefgarage, separate Fahrradstellplätze, Rampen und Toilette für Rollstuhlfahrer und eine Terrasse. Auch werden hier Flächen für Meet-ups und Abendveranstaltungen angeboten. Sehr viel Platz also, an dem man auch arbeiten kann, wenn man nicht unbedingt im eigenen Büro sitzen will. Oder wenn mehr Teammitglieder vor Ort sind, als ins Büro passen.

Picalike und das betahaus Hamburg 3

 

Die Community

Den Vibe spürt man hier in den Fluren, wo man sowohl Freiberufler wie auch Teams von Start-ups oder kleineren Firmen trifft. Bis vor Kurzem saß hier sogar eine Hebammenpraxis. Hier weiß man nie, in welchem Bereich sein Gegenüber tätig ist, da die Mitglieder sehr branchenübergreifend sind.  Es wird konzentriert gearbeitet, aber gleichzeitig sich auch viel ausgetauscht – egal ob im Slack-Channel, im Café, am Kicker, in Yogakursen oder in der Kaffeeküche. Mal in zufälligen Begegnungen, mal in geplanten Treffen. Und das ist auch der Ursprungsgedanke gewesen: Anstelle dass jeder Freiberufler zu Hause an seinem Schreibtisch sitzt, während ihm die Decke auf dem Kopf fällt oder er leicht vereinsamt, was ja die Hauptprobleme von Einzelkämpfern bei der Arbeit allein zu Hause ist, kann er/sie hier in einer professionellen Umgebung arbeiten. Dazu ist er/sie in eine aktive Gemeinschaft integriert.

Picalike und das betahaus Hamburg 4

©Janine Meyer Photography

Teelke Meyer,  Head of Community-Management des betahauses, hat das sehr passend beschrieben: “It’s like having colleagues but no boss. Kollegen, die man sich selbst aussucht.” Und natürlich geht es auch ums Netzwerken, darum Kontakte zu finden, mit denen man sich austauschen kann, die einen inspirieren und denen man selbst auch mal auf die Sprünge helfen kann. Wie der Slogan auf der Homepage schon sagt: “Die Community macht den Unterschied. Jeder für sich war gestern.” Überhaupt wird Wissensaustausch hier groß geschrieben. Kommt ein Mitglied zum Beispiel mal nicht weiter, kann es gern auch seine Frage in den Slack-Channel stellen, bei der großen Diversität der Mitglieder hat (fast) immer/oft jemand eine Antwort darauf. Überhaupt finden sich hier leicht Leute, die man um etwas bitten kann, egal ob nach einem Ladekabel oder nach einem fachlichen Rat.Teelke Meyer,: “Ich wollte immer irgendwo arbeiten, wo ich abends schlauer nach Hause komme, als ich morgens hingegangen bin. Wo ich einfach dadurch lerne, dass ich zur Arbeit gegangen bin. Das habe ich hier im betahaus bekommen.” 

Picalike und das betahaus Hamburg 5

©Janine Meyer Photography

Schnell fühlt man sich hier willkommen, legt die Leitung des betahauses doch großen Wert darauf, jeden einzelnen persönlich kennenzulernen. Kennenlernen tut man sich allerdings auch bei einem Onboarding oder bei der Betahaus-Tour. Dazu kommen Happenings wie zum Beispiel das Betabreakfast (der öffentlich ist und bei dem jeder dabei sein kann) und der Betalunch, allerdings ist dieser nur für die Betahaus Community.

Der eigene Arbeitsplatz

Wie für einen persönlich der Arbeitsplatz aussieht, hängt ganz von den eigenen Vorlieben ab. Die vier Mitgliedschaften, die das Betahaus anbietet, sind da sehr verschieden. Los geht es mit der Club-Mitgliedschaft, in der Flexdesk Bereich, Community Events, Global Roaming, Öffnungszeiten (Mo – Fr | 9 – 18 Uhr) und 10% Rabatt für Getränke an der Bar inklusive sind. Als Nächstes gibt es die Professional-Mitgliedschaft mit Flexdesk Open Space, Community Events, Global Roaming, 24/7 Zugang, 5 Konferenzraumstunden pro Monat, Schließfach, Postfach, Premium Space und Communitypreise bei Veranstaltungen.

Picalike und das betahaus Hamburg 6

©Janine Meyer Photography

Die Fixed-Desk-Mitgliedschaft beinhält einen eigenen, festen Arbeitsplatz, Community Events, Global Roaming, 24/7 Zugang, 5 Konferenzraumstunden pro Monat, Schließfach, Briefkasten, Community Küche und  Communitypreise bei Veranstaltungen. Und zu guter Letzt die Team-Office-Mitgliedschaft: abgeschlossenes Büro mit 4 bis 8 Arbeitsplätzen, vollständig möbliert, Community Events, Global Roaming, 24/7 Zugang, Konferenzraumstunden, Briefkasten, Premium Space, Communitypreise bei Veranstaltungen.

Picalike und das betahaus Hamburg 7

©Franziska Weiß

Für uns ist diese Arbeitsumgebung einfach perfekt, haben wir hier doch die Vorteile eines eigenen Büros mit einigen festen Schreibtischen, Postadresse, Küche und Konferenzraum. Aber halt ein kleineres Büro, da mehr nicht nötig ist, wo doch die meiste Zeit im Home- Office gearbeitet wird. Und wenn wir doch alle mal gleichzeitig vor Ort sind, was zweimal im Monat vorkommt, dann freuen wir uns über die Konferenz in der großen Arena, das gemütliche Beisammensein im Café und die konzentrierte Arbeit in den gut ausgestatteten Flexbereichen, in denen wir uns so zusammensetzen können, wie wir es uns wünschen. 

Wie sagt das Betahaus so schön? You’ll never work alone!

Der ewige Trend Strick und das Neue im Winter 2020

Strick

Der Blick aus dem Fenster bringt die Gewissheit: Wir nähern uns dem Winter. Die Bäume sind Gelb, Orange und Rot, der Boden dick bedeckt mit Laub, der Wind lässt die Äste hin und her schlagen und immer kahler werden. Wir sehnen uns nach Wärme und Gemütlichkeit. Eine schöne Tasse Tee hilft von innen, kuscheliger Strick von außen. Denn was kann schon so kuschelig wie ein Jogginganzug sein, wenn nicht dieses Maschengewebe. Und vielfältig ist es noch dazu! Der beigefarbene Pulli mit dem guten alten Zopfmuster oder der mit farbenfrohen Designs – beide werden gerade gern zu Hosen und Röcken ebenfalls aus Strick getragen und sorgen so für ein behagliches Gefühl.

Strick
Statistische Auswertung von Strickpullovern mit OnSight ©Picalike

Da wir von Picalike schon mal so ein tolles Tool wie OnSight haben, haben wir uns als Erstes angeguckt, ob man beim Kauf der Pullis nun auch gute Schnäppchen machen kann. Siehe da: Kann man!

Na dann lohnt es sich ja auch, sich den neuen Trend mal genauer anzuschauen.

Der “Alles in Strick”-Look

Wer sagt denn, dass es nur ein Strickteil pro Outfit sein darf? Nein, in dieser Saison kombinieren wir den Strickpullover zu einem langen Strickrock oder zu einer gemütlichen Strickhose. „Die Pandemie hat uns noch mal gezeigt, wie universell ein Komplett-Look aus Strick sein kann“, sagt Valentin von Arnim in “Harper’s Bazaar”. „Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, den Loungewear-Look an individuelle Bedürfnisse und Alltagssituationen anzupassen.“ 

Coole Teile, die man zu diesem Look tragen kann:

Die Strickhose

In der Home-Office-Zeit haben wir uns an die Bequemlichkeit von Jogginghosen und Yogahosen gewöhnt. Hin und wieder darf es aber untenrum mal was Schickeres sein, auch wenn man das bei den Videokonferenzen nicht sehen kann. Aber manchmal ist sich aufzustylen einfach schön fürs eigene Gefühl. Dabei muss es auf keinen Fall unbequem werden, wie man bei Strickhosen zum Beispiel sehen kann. Besonders wenn sie einen weiten Schnitt haben!

Der Strickrock

Für den Allover-Strick-Look werden die Röcke nun mit Midi- oder Maxi-Länge getragen, eventuell sogar im gleichen Farbton wie das Oberteil. Ob eng oder weit, dafür gibt es keine Regeln. Ein Beispiel für eine gelungene Kombi präsentierte Joseph Altuzarra, der einen petrolfarbenen Rollkragenpullover zum eng geschnittenen Pencil Skirt aus Rippstrick kombiniert. So wurde der Look chic genug für jedes Business-Meeting, dennoch aber gemütlich genug für stundenlanges Sitzen am Rechner.

Der Pullunder

Wenn man von Pullundern spricht, denken wir gleich ans letzte Jahrtausend, als sie stylisch zur Schlaghose oder zum Faltenrock getragen wurde. Während der Kopenhagen Fashion Week wurde uns nun gezeigt, wie man in dieser Saison Pullunder trägt: vor allem im Oversized-Schnitt – je nach Thermometeranzeige über einem T-Shirt oder über enggeschnittenen Pulli.

Das Cardigan-Twinset

Diese Saison liegen die Kombis aus Strickjacke und dazu passendem Top wieder hoch im Trend. Von Strick-Bralette bis hin zum Rollkragenpulli wird alles unter dem Cardigan getragen: Hauptsache, das Muster und die Farbe lassen es mit der Strickjacke zu einer Einheit verschmelzen. Und in einem Aspekt machen sie uns das Leben auf jeden Fall einfacher: Man muss nun nicht mehr jedes einzelne Teil seines Outfits auswählen, sondern nur noch seine Beinbekleidung.

Pullover mit Kragen

U-Boot-Ausschnitte waren gestern: Egal ob Polokragen oder Seemannskragen mit Reißverschluss, nun ist der Kragen angesagt. Wie das im Strick-Allover-Look aussehen kann, zeigt uns das italienische Label Etro. Dort wird ein weicher, feiner Pullover mit Polokragen zu einer Strickhose in der gleichen Farbe kombiniert.

Es muss ja nicht immer alles neu gekauft werden! Nicht selten hat man schließlich schon das eine oder andere im Kleiderschrank hängen. Vielleicht gibt es eine Lieblingsstrickjacke, zu der man sich ein passendes Stricktop kauft. Oder einen Lieblingspullover, zu dem man eine weiche Strickhose kombiniert. Getragen wird es auf jeden Fall, denn die kalten Jahreszeiten haben gerade erst angefangen.

Für weitere Infografiken und statistische Auswertungen: Meldet euch hier zu unserem Newsletter an! 

F#ing 10 Jahre schon vorbei

10 Jahre Picalike
Ansprechpartner Sebastian Kielmann
Ein Rückblick von Sebastian Kielmann, CEO Picalike GmbH

Die Idee

Vor fast genau 20 Jahren wechselte ich von der Forschung zur Indexierung und Suche von Texten zur Analyse und Feature-Extraktion von Bildern. Mich reizte es, dass Bilder sprachunabhängig sind und selten doppelte Bedeutungen haben. Als ich anfing, mich mit dem Thema Bildanalyse zu beschäftigen, erwähnte ich dies meinem damaligen Chef, der in Physik promoviert hatte. Seine Reaktion darauf war ausschlaggebend für die darauffolgenden 20 Jahre: Er sagte, dass das, was ich vorhabe, nicht machbar sei. Es gab damals kein Arxiv.org, KI war nicht gerade beliebt, GPUs wurden noch nicht wirklich für Matrizenmultiplikation verwendet und entsprechende Paper aus der Forschung waren schwer zu bekommen, wenn man wie ich eine extrem langsame Leitung im tiefsten Walldorf / Wiesloch hatte.

Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg… Gerade da merkte ich, wie offen und austauschfreudig die Forschungs-Community war. Es gab kein Twitter, Facebook, Instagram oder ähnliches. Für mich scheint diese Zeit gar nicht so lange her, aber meine Kinder können sich so eine Welt kaum vorstellen. Die Unterhaltungen und der Austausch verliefen über Kongresse oder Mailing-Gruppen. Für die, die auch schon länger Bilder analysieren: Zu dem Zeitpunkt wurde Open-CV erst gestartet.

Ich forschte an der Analyse von Bildern ⎼ als Hobby nebenbei ⎼ und studierte Management und Marketing, arbeitete im E-Commerce oder in der Beratung. Dann lernte ich Dr. Tilo Höpker während eines Fluges kennen, und wir freundeten uns an. Bei einem gemeinsamen Essen stellte ich ihm meine Idee vor: eine Empfehlungstechnologie, deren Basis aus Daten aus Produktbildern kommen sollte, statt aus den Texten. Die Idee war mir gekommen, weil ich zu dem Zeitpunkt an einer Produktsuchmaschine arbeitete und sah, wie viele fehlerhafte Daten in den Produktfeeds vorhanden waren und wie viele Informationen zum Produkt fehlten, obwohl sie jeder, anhand des Produktbildes, sehen konnte.

Tilo fand die Idee super, würde auch gleich bei der Gründung eines Unternehmens einsteigen, das das anbot. Aber er wollte sich noch eine zweite Meinung einholen. Beim nächsten Treffen war dann Daniel Raschke auch mit dabei, der inzwischen ein guter Freund von mir ist. Wir kannten uns zu dem Zeitpunkt noch nicht, waren aber sofort auf der gleichen Wellenlänge. Zu dritt starteten wir im Oktober 2010 die Picalike GmbH. 10 Jahre ist dies nun her.

F#ing 10 Jahre schon vorbei 3

Unser erstes Logo

Der Start

Meine erste Lektion war, dass primär ein Markt für eine Technologie reif sein muss und nicht die Technologie marktreif. Wer schon mal ein technologisches Produkt auf den Markt bringen musste, weiß, was ich meine. Ich bin nicht der geborene Sales-Typ, vermeide gern Menschen und Menschenmengen, will nicht im Rampenlicht stehen und erzähle viel über die Technik und zu wenig über den Benefit. Wer aber ein Start-up gründet, muss sich auch um den Vertrieb kümmern. Die ersten Kunden waren schnell gefunden. Fashionhype.com und weare.de sind schnell von Kunden zu Entwicklungspartnern und dann zu Freunden und Teil der Familie geworden. 

F#ing 10 Jahre schon vorbei 4

Unser erstes Büro in der Frankenstraße

Zu den reinen Daten aus den Bildern wurden bald auch das Kundenverhalten und die Korrelation unter den Produkten sowie das Filtern nach allen Daten zum Produkt mit berücksichtigt, um noch bessere Empfehlungen zu liefern. Zur Similarity Recommendation (Ähnlichkeitserkennung, wie “Ähnliche Artikel”) gesellte sich dann die Complete-the-Look-Empfehlung (Outfit-Empfehlung, wie “Das passt dazu”). Für uns, wie für jedes Start-up, begann schnell die Zeit, in der man einen Spagat machen muss zwischen Kunden-Support und Weiterentwicklung. Nicht jeder Kunde braucht dasselbe, und wir waren ein feines aber noch kleines Team. Tagsüber half ich beim Kundensupport, nachmittags pitchte ich Picalike, wo ich nur konnte, und abends wurde weiterentwickelt. Es gab Tage, an denen ich dachte, dass wir den nächsten riesigen Schritt machen würden (technologisch oder umsatztechnisch) und es gab Tage, an denen ich mich fragte, ob es wirklich eine gute Idee war, einen sicheren Job aufzugeben. Ich bereue den Sprung in die Selbstständigkeit nicht, aber vieles würde ich heute anders machen. 

F#ing 10 Jahre schon vorbei 5

Eins unserer ersten Zuhause

Eines Tages klingelte mein Telefon (es war damals eine Hansenet-Leitung, wer kennt die noch?). Ein junger Typ von der OTTO-Gruppe war dran, der einen Beitrag im Magazin der Handelskammer gelesen hatte. Wir unterhielten uns, und er machte einige Intros zu OTTO.de, Bonprix, Shopping24 und weiteren. So bekam ich die Möglichkeit, unsere Technologie den Big Playern vorzustellen. Dieses Telefonat war für die nächsten 9 Jahre ausschlaggebend. Ich präsentierte nicht nur vor den genannten Unternehmen, sondern auch vor der OTTO-Gruppe selbst, die sich entschied, in uns zu investieren. Vor der Unterzeichnung des Gesellschaftervertrags hatten wir uns vorgenommen, wenn dieser unterzeichnet wurde, würden wir alle mega feiern gehen. Wir hatten wilde Vorstellungen von Partys im Doll House auf der Reeperbahn oder davon, eine große private Feier zu organisieren. Und dann das: Nach der Unterzeichnung ging jeder nach Hause, legte sich hin, schlief schnell ein paar Stunden und am nächsten Morgen begann die Arbeit von vorn. 

“Nach dem Spiel ist vor dem Spiel”

In kürzester Zeit stellten wir ein hochmotiviertes Team zusammen, wechselten in ein größeres Büro und investierten in Marketing, Produktentwicklung und Forschung. Schnell konnten wir von einer Handvoll Kunden auf Dutzende Kunden heranwachsen, öffneten ein Büro in den USA (zuerst SF und wechselten dann nach NY), starteten Partnerschaften mit renommierten Unternehmen und freuten uns über das steigende Interesse. Alles sah gut aus. Wir wuchsen, es kamen neue Kunden dazu, die immer internationaler wurden und sehr spannende Projekte und Cases mit uns vorhatten. 

F#ing 10 Jahre schon vorbei 6

Eins unserer legendären Sommerfeste

Mit der Zeit fiel uns auf, dass die Dynamik unseres Wachstums sich abschwächte. Die Projekte wurden komplexer, die Budgets wurden kleiner, die Konkurrenz vielfältiger. Unser Ansatz, aus “Kundenwunsch -> Forschung -> Projekt -> Produkt” zeigte seine Schwächen. Wir mussten uns eingestehen, dass Forschen Spaß macht, sich aber finanziell nicht so leicht skalieren lässt. Und so analysierten wir die Schwächen unseres Geschäftsmodells, die Stärken unseres Teams und Systems und setzten auf ein Start-up innerhalb des Start-ups. In anderen Worten: ein Soft Opening. 

“Ein paar Schritte zurück für den Anlauf”

F#ing 10 Jahre schon vorbei 7

Unser jetziges Zuhause

Willkommen in der Welt der Portfolio Analyse. 🙂 Anhand mehrerer Analysen erkannten wir, dass wir zu sehr von der Verfügbarkeit der technischen Ressourcen bei unseren Kunden abhängig waren, dass wir einen schnellen und leichten Einstieg in unsere Picalike-Welt schaffen und einen nachweisbaren, sich wiederholenden Mehrwert für unsere Kunden erbringen müssen. Somit starteten wir mit mehreren A/B-Tests, Case Studies, Umfragen, Interviews und neuen Positionen innerhalb des Teams. Wichtig war auch, dass Forschung weiterhin eine hohe Priorität in unserem Alltag behielt. Mithilfe unserer Kunden, Partner und des Teams starteten wir die Entwicklung von OnSight-Analytics. Geplant war eine Entwicklungszeit von einem halben Jahr. Die Realität ist aber kein guter Freund der Planung:  Zwei Jahre später starten wir mit der Open Beta. Einige Herausforderungen waren doch größer als erwartet, das Tagesgeschäft durfte nie vernachlässigt werden, und wir mussten viel von unseren Pilot-Partnern lernen. Von Anfang an hatten wir uns aber commited, keine Kompromisse bei der Qualität einzugehen, auch wenn es länger dauern würde, und dazu stehen wir auch jetzt noch. Auch in einer Zeit, in der Corona unser aller Leben verändert hat.

Die letzten Monate waren wie die ersten Monate: Sehr viele Ups and Downs. Aufbruchstimmung gefolgt von Rückschlägen. Was aber bleibt, ist, dass in den letzten 10 Jahren kein Tag wie der andere war, viele Geschichten geschrieben wurden, wir viel gelernt haben, und nun für die nächsten 10 Jahre weiter dazulernen und das bereits Gelernte in die Tat umsetzen wollen. 

Vielen Dank an das Team für die unglaubliche Unterstützung und Loyalität, unseren Kunden für die tolle und immer spannende Zusammenarbeit und allen anderen, die uns auf unserem Weg in den letzten 10 Jahren begegnet sind, dass ihr unser Leben bereichert und unseren Weg geprägt habt.

Bleibt gesund und nehmt teil an den nächsten Etappen unserer Reise.
Viele Grüße
Sebastian Kielmann

5 Fragen an Timo

Timo Schulz

Ein weiteres neues Teammitglied möchten wir ganz herzlich begrüßen. Obwohl, ganz neu ist er nicht. Timo war nämlich schon mal Teil unseres Teams, ganz zur Anfangszeit von 2013 bis 2017. Nun, am Anfang dieses Jahres, kam er wieder für ein paar Monate zu uns als Externer. Das hat ihm sichtlich Spaß gemacht: Anstelle danach ein neues Angebot eines großen Unternehmens anzunehmen, entschied er sich dafür, in dieser Zeit lieber den Mittelstand zu unterstützen und das laufende Projekt fortzusetzen. Auch die Arbeit mit den alten Bekannten hatte ihren Reiz. So wurde Picalike für ihn wieder zu einem attraktiven Arbeitgeber und er kehrte zurück ins Team – als Fester!. Dass wir uns riesig darüber freuen, versteht sich von selbst.

Timo Schulz

Lieber Timo, du bist ja nun kein Newcomer bei Picalike, sondern ein Comebacker, worüber wir uns tierisch freuen! Dennoch kennen dich die meisten im Team nicht aus der “Picalike-Anfangszeit”. Daher möchten wir auch dir hier ein paar Fragen stellen. Erzähl mal was über dich. Wo bist du aufgewachsen? Welche Hobbies hast du?

Geboren und aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt nahe Hamburg. Meine Freizeit verbringe ich oft auf dem Rad, oder ich wandere. Außerdem sammle ich Klassiker der Sci-Fi-Literatur und Comics. Wenn dann noch Zeit bleibt, klimpere ich am Keyboard, um mein AI-Empfehlungssystem für Filme weiterzuentwickeln, denn Filme gehören ebenfalls zu einer meiner Leidenschaften, und natürlich AI.

Was hat sich an deinen Aufgaben bei Picalike verändert? Was hast du früher gemacht, was machst du heute?

Auch wenn ich damals mit dem Fokus auf Machine Learning + Software Engineering eingestellt wurde, bedeutet die Arbeit in einem jungen Start-up natürlich, dass die Aufgabengebiete recht vielfältig sind. Und da ich Glück hatte, Wissen aus vielen verschiedenen Bereichen beizusteuern, konnte ich an vielen Fronten helfen. Fast alles trifft es wohl ganz gut, da wären klassische Softwareentwicklung, Aufbau einer AI-Umgebung, DevOps und auch Kundenbetreuung. Heute ist meine Tätigkeit doch etwas enger gefasst, aber eine Gemeinsamkeit ist auch wieder, dass Wissen aus verschiedenen Bereichen benötigt wird, was mir dann auch wieder zugute kommt. Im Englischen trifft es wohl “Jack of all Trades”, was ich auch in meinem LinkedIn-Profil als Tätigkeit eingetragen habe.

 

Wenn du in sechs Monaten zurückblickst, was hoffst du dann zu sehen?

Dass wir ein gutes Stück weiter sind, dass die Arbeit Früchte trägt, das Unternehmen wächst und floriert, und dass unsere Kunden die neuen Produkte genauso dufte und sinnvoll finden wie wir.

Bist du eher der Home-Office- oder der Bürotyp?

5 Fragen an Timo 3

Damals war Timo schon Teil des Teams: Weihnachten 2013

Das kommt drauf an. In der guten alten Zeit fand ich es schon entspannend, Freitag konzentriert und ohne viel Ablenkung meiner Arbeit daheim nachzugehen. Generell finde ich Home-Office sinnvoll, wenn es um die Abarbeitung von Aufgaben geht, die kaum oder wenig Absprachen mit anderen Kollegen*innen bedürfen. Ansonsten schätze ich den Kontakt zu den anderen Picalingen, auch da es sonst keine “Kaffeeküchen-Synergien” gibt und Ideen im Home-Office auch weniger effizient mal eben diskutiert werden können.

Uns wurde gesagt, dass du dich durch eine hervorragende Expertise im Bereich der Brauereikunst auskennst, du sogar einmal “Bier-Beauftragter” bei Picalike warst. Welches wäre denn das Getränk deiner Wahl beim Treffen mit Arbeitskolleg*innen nach der Arbeit und warum?

Eine pauschale Antwort ist hier unmöglich, da das passende Getränk von der Person, der Zeit und dem Ort abhängt. Eine Schwierigkeit ist es in der Tat, das richtige Bier für eine Person zu finden und für eine Gruppe ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit, da Geschmäcker sehr individuell sind. Einen leichten Einstieg und bestens geeignet für ein Bierchen nach der Arbeit ist ein Helles, da es mild gehopft ist, dadurch wenig bitter und ungeheuer süffig ist. Aber um mal etwas konkreter zu werden, auf einer Weihnachtsfeier hat die Süße Verführung gut funktioniert, da das Bier mit einem Aperitif vergleichbar ist, sodass kleinere Gläser genutzt werden können, was die Hürde zu probieren senkt und dank des Honigs wird die Komplexität des Bieres auch für den Einsteigergaumen durch die Süße etwas handhabbarer. 

 

Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja mal die Möglichkeit, eine kleine Bier-Verkostung zu machen. Ich zum Beispiel würde auf jeden Fall gern mal die Süße Verführung probieren. Wer weiß, vielleicht findet da der ein oder andere aus dem Team ein neues Lieblingsgetränk!

Schön, dass du wieder da bist!

Peter Scholzuk spricht im CRM Podcast über Picalike!

CRM Podcast

Picalike im Podcast

Nico Zorn interviewt Peter Scholzuk im CRM Podcast

In der Podcast-Folge vom 1. Oktober spricht Nico Zorn mit Peter Scholzuk über dessen Arbeit als Leiter der E-Mail-Marketing-Abteilung der Witt-Gruppe. Peter erzählt uns im Interview, wie bei ihnen das E-Mail-Marketing organisiert ist und welchen Herausforderungen er sich täglich stellen muss. Dabei gibt er gleich zahlreiche Tipps, welche Aspekte Unternehmen bei der Evaluierung einer E-Mail-Marketing-Plattform auf keinen Fall vernachlässigen sollten.

Außerdem berichtet Peter, was seiner Erfahrungen nach im operativen E-Mail-Marketing gut funktioniert. Dabei geht er auch auf die Aspekte Individualisierung und Automatisierung im E-Mail-Marketing ein. Natürlich wurde in dem Zuge auch Picalike genannt!

Für alle, die den CRM Podcast noch nicht kennen: In diesem Podcast spricht Nico Zorn, der Mitgründer der CRM- und E-Mail-Marketing Agentur Saphiron,  über aktuelle Best Practices und erprobte Strategien für ein gutes Customer Relationship Management. Da dürfen neue Tools und Technologien natürlich auch nicht fehlen. Manche kennen Nico Zorn auch vom EmailMarketingBlog.de, den er seit 2003 veröffentlich.

Peter Scholzuk spricht im CRM Podcast über uns! 2Reinhören
lohnt sich 
auf jeden Fall!

Wenn ihr noch mehr darüber erfahren möchtet, wie wir die Witt-Gruppe beim E-Mail-Marketing unterstützen, dann ladet euch unsere Case Study runter!

Cover-Foto: by William Iven on Unsplash

Home-Office, mobiles Arbeiten – was mache ich eigentlich?

Home-Office, mobiles Arbeiten – was mache ich eigentlich?

Home-Office, mobiles Arbeiten - was mache ich eigentlich? 2

Ein bisschen Grün inspiriert! © Franziska Weiß

Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich von Home-Office spreche. “Zurzeit arbeiten wir im Home-Office.” Oder: “Home-Office ist toll, da kann ich auch mal auf dem Balkon arbeiten.” Aber bedeutet Home-Office wortwörtlich nicht einfach ein Büro zu Hause? Zu Corona-Zeiten wurden die meisten von uns schnell ins Home-Office geschickt, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Aber ist das nun die richtige Bezeichnung? Mein Mann und ich arbeiten bereits seit einigen Monaten von zu Hause aus. Da ich nur in Teilzeit arbeite, sitzt er im Arbeitszimmer und ich arbeite dort, wo unsere einjährigen Mädels gerade nicht bespaßt werden. Auch braucht er einen ordentlichen, aufgeräumten Arbeitsplatz, um konzentriert arbeiten zu können. Ich hingegen wandere gern flexibel durch die Wohnung und suche mir den Ort, wo ich mich am wohlsten fühle. Praktiziere ich da vielleicht eher mobiles Arbeiten? Oder reicht zu Hause zu sein, um es Home-Office zu nennen? Was steckt hinter diesen Bezeichnungen? Das wollte ich genauer wissen, und stellte fest: Tatsächlich, im Gegensatz zum mobilen Arbeiten hat Home-Office so einige feste Regeln. 

Was genau ist Home-Office?

Laut dem Arbeitsrecht ist das Home-Office in Deutschland so definiert: Es ist ein vom Arbeitgeber fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz. Und der ist erst dann fest eingerichtet, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Bedingungen im Rahmen einer Vereinbarung festgelegt  haben und die Ausstattung des Home-Offices vom Arbeitgeber bereitgestellt und vor Ort installiert wurde. Dazu kommt noch eine Gefährdungsbeurteilung, bei der die Arbeitsbedingungen und der Arbeitsplatz vor Ort begutachtet werden. Dafür muss der Arbeitnehmer schriftlich einwilligen, dass externe Fachleute die Wohnung betreten und den Arbeitsplatz inspizieren. Eine Alternative dazu ist, dass der Arbeitnehmer den Arbeitgeber über den konkreten Zuschnitt seines Arbeits­platzes informiert und die Einrichtungs­details abspricht. 

Die Bestimmungen für das Home-Office

Die Beurteilung sollte neben den Gefahren bei einem normalen Büroarbeitsplatz in einem Betrieb auch die Gefährdungen beim Home-Office in Betracht ziehen. Dazu gibt es eine ganze Reihe an Vorschriften. Ich habe meinen eigenen Arbeitsplatz anhand dieser Kriterien analysiert, um zu sehen, ob er vielleicht sogar fürs Home-Office taugt:

  • Er muss ausreichend Platz für wechselnde Arbeitshaltungen und -bewegungen haben.  
  • Bildschirmgeräte sind so aufgestellt, dass die Oberfläche frei von störenden Reflektionen und Blendungen ist.
  • Arbeitstische müssen eine reflektionsarme Oberfläche haben und so aufgestellt sein, dass die Oberflächen bei der Arbeit frei von störenden Reflektionen sind. 
  • Die Arbeitsfläche muss so groß sein, dass alle für die Arbeit benötigten Gegenstände wie Tastatur, Maus, Stifte und Notizblöcke variabel angeordnet werden können. Außerdem muss die Arbeitsfläche vor der Tastatur das Auflegen der Handballen ermöglichen.
  • Bei der Arbeit im Home-Office muss auch die Datensicherheit gewährleistet werden durch ein Datenschutz-/IT-Sicherheitskonzept. Dazu gehören aber auch abschließbare Schränke, sich ins Internet nur über VPN- oder Tunnellösungen einzuloggen und Passwörter nicht frei zugänglich aufzubewahren. Für mich neu war, dass Ausdrucke mit betrieblichen Informationen nichts zu Hause im Papierkorb im Home-Office zu suchen haben. 

Die Anforderungen an den Mitarbeiter

Home-Office, mobiles Arbeiten - was mache ich eigentlich? 3

Leider blendet mein Esstisch manchmal ©Sandra Kade

All diese Kriterien kann ich leider nicht erfüllen, so ist zum Beispiel mein Esstisch weiß und die Oberfläche blendet deshalb doch etwas zwischen 13 und 17 Uhr an sonnigen Tagen. Aber mein Arbeitgeber hat mich mit Laptop, Maus, etc. ausgestattet, sodass dem guten Arbeiten nichts mehr im Wege steht. Rein theoretisch könnte ich also sogar Home-Office machen, wenn ich nur immer am gleichen Ort arbeiten würde und er abgetrennt wäre wie das Arbeitszimmer meines Mannes. Aber Fakt ist, ich arbeite einfach flexibel an dem Ort, wo es gerade passt (wenn es für die Kinderbetreuung ist, auch bei meinen Eltern) oder wo ich mich am besten fühle (gern auch auf dem Balkon). Die wichtigste Anforderung für das mobile Arbeiten erfülle ich aber dennoch: Ich bleibe in Deutschland! Denn ja, man muss in Deutschland bleiben, wenn man auch die Wohnung verlassen darf. Trotz all dieser Unterschiede hat das Arbeiten von zu Hause, sei es im Home-Office oder das mobile Arbeiten, doch einige Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel die Anforderungen an den Mitarbeiter. 

  • Der Arbeitnehmer muss sich an die normalen Arbeitszeiten halten, denn sowohl beim Home-Office wie auch beim mobilen Arbeiten wird einfach nur an einem anderen Ort gearbeitet. Die Arbeit muss daher im genau gleichen Umfang und in der gleichen Qualität erbracht werden, wie wenn man im Büro sitzen würde.
  • Das impliziert aber auch, dass der Arbeitnehmer seine Pausenzeiten einhält. Oft tendiert man dazu, sich einfach was zu essen mit an den Rechner zu stellen, was aber dann dazu führt, dass Pausen ignoriert werden. 

Dies bringt uns auch gleich zu den Gefahren beim Home-Office oder in meinem Fall beim mobilen Arbeiten von zu Hause.

Gefahren beim Home-Office/mobilen Arbeiten von zu Hause

Ich persönlich freue mich sehr über die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, da meine Kinder noch nicht in der Kita sind und ich somit weniger Kinderbetreuung brauche, als wenn noch zur Arbeitszeit die Zeit für die Hin- und Rückfahrt sowie die Mittagspause anfallen würde. Auch wenn es schwierig ist, nicht doch zu ihnen ins Wohnzimmer zu springen, wenn eins weint oder am Rechner sitzen zu bleiben und zu ignorieren, dass sie an die Zimmertür poltern. Dennoch ist dies nicht das perfekte Modell für jeden und auch diese Form des Arbeitens hat so seine Tücken. Eine Gefahrenquelle ist zum Beispiel das Arbeiten auf normalen Stühlen, die aber nicht für das stundenlange Sitzen am Tisch gebaut wurden. Diese mangelnde ergonomische Einstellung kann zu physischen Belastungen von Muskeln und Skelett führen, was auch Kopfschmerzen triggern kann.

Nicht selten stellt das Arbeiten von zu Hause aber auch eine psychologische Belastung dar durch den Mangel an räumlicher und zeitlicher Trennung von Privatleben und Arbeitsbereich. Und wir wollen die vorher genannte Gefahr nicht vergessen, die den Arbeitgeber zwar etwas erfreuen mag und positiver für Home-Office stimmen wird ist, nämlich das häufige Vergessen von Pausen und die vermehrten Überstunden, die oft geleistet werden, weil nebenbei eine Mail noch kurz beantwortet wird etc. 

mobiles Arbeiten Betahaus

Geselliges Arbeiten im betahaus Hamburg ©Franziska Weiß

Dennoch sehen die meisten Mitarbeiter die Arbeit zu Hause als Chance und freuen sich über das ihnen entgegengebrachte Vertrauen. So machen sie oft Überstunden gerade um zu beweisen, dass sie fleißig sind und nicht faul auf der Couch einen Serienmarathon machen. Ein weiterer Faktor, der darauf Einfluss hat, ob man im Home-Office erfolgreich ist, ist die Gewissenhaftigkeit. In der Wirtschaftswoche erklärt Conny Herbert Antoni, Arbeits- und Organisationspsychologe an der Universität Trier: „Es zeigen sich konsistente Zusammenhänge zwischen der Gewissenhaftigkeit einer Person und gelingendem Homeoffice. Wenn ich gewissenhaft bin, heißt das auch, dass ich das mache, was ich mir vornehme.“ Was manchmal auch Überstunden bedeutet, oder mit einem Schnupfen zu arbeiten, anstelle sich krankschreiben zu lassen.

In einem Report der AOK hat die Krankenkasse festgestellt, dass Mitarbeiter im Home-Office sich seltener krank melden. Dafür berichteten sie aber eher von psychischen Beeinträchtigungen wie Ärger, Selbstzweifel und Schlafstörungen, was zum einen auf einen Mangel an Abgrenzung hindeuten kann. Aber auch fehlende soziale Interaktionen. Denn ärgert man sich sonst über einen Mitarbeiter, kann man sich mit ihm im Büro auseinandersetzen, sich bei anderen Kollegen Luft machen oder den Ärger einfach versuchen auf dem Heimweg loszuwerden. All diese Optionen entfallen aber nun. Das führt zu dem größten Problem beim Home-Office: Vielen sind die sozialen Kontakte am Arbeitsplatz sehr wichtig und sie befürchten Vereinzelung durch die Arbeit von zu Hause. Conny Herbert Antoni meinte in der Wirtschaftswoche: „Persönlichkeitsfaktoren haben Einfluss darauf, wie gut jemand mit dem Home-Office zurechtkommt. Es gibt Hinweise darauf, dass Menschen, die sehr sozial orientiert sind, nicht so gern allein sind und dadurch auch weniger leistungsfähig sein können.“ Auch diese Menschen müssen gerade beim unfreiwilligen Home-Office/mobilen Arbeiten zu Corona-Zeiten abgeholt werden.

Möglichkeiten, diesen Gefahren entgegenzuwirken

Wir bei Picalike haben das große Glück, dass sowohl unser Chef wie auch unser Projektmanager sich sehr mit diesen Gefahren auseinander gesetzt haben und auf vielen verschiedenen Wegen versuchen, gerade die psychologischen Nachteile vom Home-Office entgegenzuwirken. Zum einen haben wir einen festen Termin im Büro, an dem wir uns jede zweite Woche dort treffen und berichten, womit wir uns gerade auseinander setzen, was wir machen und uns einfach auch mal wieder live sehen. Auch haben wir ein Chat-Roulette, das sozusagen unser Ersatz für den Plausch in der Kaffeeküche ist, den kann es zwar nicht ganz ersetzen, aber immerhin ein bisschen. Da wird morgens ausgelost, wer mit wem über welches völlig von der Arbeit losgelöstes Thema im Laufe des Tages einen Call machen soll. Dann verabredet man sich und meistens wird es dann doch ein Gespräch über Gott und die Welt. 

Alle paar Wochen wird auch eine Umfrage gemacht, wie es uns geht, was wir für Erwartungen und Wünsche haben. Und nicht zuletzt auch durch die Möglichkeit, immer wenn man möchte, doch im Büro zu arbeiten. Die Plätze sind frei, Kaffee und Wasser stehen bereit und man kann im Wochenplan auch sehen, wer von den Kollegen auch vor Ort sein wird. Und falls es einem im Büro doch etwas zu eng werden sollte, so kann man auf eine der großen Co-Working-Flächen sowie das Betahaus-Café ausweichen.

Mein Fazit

Home-Office, mobiles Arbeiten - was mache ich eigentlich? 4

Aufgeräumter Arbeitsplatz meines Mannes ©Sandra Kade

Im Laufe meiner Recherche wurde mir immer klarer, dass mein Ehemann tatsächlich im Home-Office arbeitet. Er sitzt tagtäglich an seinem Schreibtisch in unserem Arbeitszimmer mit seiner ganzen Ausstattung. Er hat einen perfekt ausgestatteten Arbeitsplatz mit Laptop, Bildschirm, Drucker, Scanner, einen extra Hocker gegen Rückenschmerzen, die Tür ist abschließbar, sämtliche Gefahrenzonen wie herumliegende Kabel wurden entfernt. Ich wiederum betreibe mobiles Arbeiten, setze mich flexibel dorthin, wo ich am besten arbeiten kann und das kann nach harten Nächten auch am Küchentisch neben der Kaffeemaschine bei einem Berg Keksen sein.

Eure Sandra Kade

 

5 Fragen an Theresa

Theresa Schmucker

Wir freuen uns, ein weiteres neues Teammitglied zu begrüßen. Seit dem 3. August ist Theresa Schmucker nun bereits unsere Quality Assurance Managerin und überprüft für uns, dass unsere Produkte und vor allen Dingen unsere Daten von einwandfreier Qualität sind. Besonders ihr Mode-Know-how kommt uns da zugute. Sie hat Modedesign an der HAW Hamburg studiert und dort sowohl ihren Bachelor wie auch ihren Master gemacht. Außerdem hat sie 6 Jahre für verschiedene Brands von H&M (Weekday, &Other Stories) Teilzeit als Storecontrollerin in den Stores gearbeitet. Als wäre das nicht genug, ist sie auch noch nebenberuflich selbstständig und hat ein Atelier in der Koppel 66. Dort fertigt sie Handtaschen aus pflanzlich gegerbtem Leder und vertreibt sie vor Ort und in ihrem eigenen Onlineshop. Klingt alles super spannend, oder? Kein Wunder, dass wir weiter neugierig waren und ihr noch unsere 5 Fragen stellen mussten!

Theresa Schmucker

Erzähl mal was über dich. Wo bist du aufgewachsen? Welche Hobbies hast du?

Geboren bin ich in Erlangen, aber schon mit zwei Jahren mit meiner Familie nach Hamburg gezogen und am Stadtrand in Schnelsen in einer kleinen Spielstraße aufgewachsen.
In meiner Freizeit bin ich gerne kreativ und sehe meine Freunde und Familie. Ich bin nebenberuflich selbstständig mit einem kleinen Taschenlabel, was irgendwie auch ein Hobby ist. Wenn ich in meiner Werkstatt bin, fühlt es sich für mich nicht an wie “Arbeiten”. Und das betrifft dann auch alle Aufgaben, die dabei so anfallen. Ansonsten
geh ich zweimal im Monat zum Töpfern, mache Yoga und bewege mich gern an der frischen Luft.

Auf was an deinen neuen Aufgaben freust du dich am meisten?

Schwer zu sagen. Eigentlich freue ich mich vor allem darauf die spannende Technologie von Picalike noch besser kennenzulernen und vielleicht auch wenn es dann noch etwas “technischer” für mich wird. Neue Dinge zu lernen macht mir immer sehr viel Spaß.

Wenn du in sechs Monaten zurückblickst, was hoffst du dann zu sehen?

Dass ich mich dann gut in den Alltag von Picalike eingefunden habe und einen Mehrwert schaffe. Dass also die Qualität der Daten kontinuierlich verbessert wird. Vielleicht auch mal in andere Felder Einblicke bekommen habe, um die Verknüpfungen noch besser zu verstehen.

Bist du eher der Homeoffice- oder der Bürotyp?

Ich finde beides gut. Wenn das Büro weiter entfernt wäre würde ich jedoch das Homeoffice vorziehen. Lange Wege zum Büro sind nicht so meine Stärke. Die Kollegen an einigen Tagen in der Woche zu sehen ist mir aber auch wichtig. Im Homeoffice kann ich manchmal konzentrierter Arbeiten, aber für einige Aufgaben ist es auch gut den direkten Austausch mit den Kollegen zu haben. Außerdem ist es ja auch nett sich zu sehen. Das heißt, eine gute Mischung aus beidem finde ich optimal.

Welches wäre dein Lieblingsgetränk beim Treffen mit Arbeitskolleg*innen nach der Arbeit und warum? 

Da müsste ich länger überlegen, weil es wahrscheinlich auf meinen “Durst” ankommen würde. An manchen Tagen wäre es einfach eine Spezi und an anderen vielleicht nur eine Schorle. Alkoholisch wird es bei mir seltener und dann auch eher ein kühles Alsterwasser oder eine Weißweinschorle.

 

Na dann heißen wir dich hiermit noch mal ganz offiziell herzlich willkommen bei den Picalingen und hoffen, dass wir bald mal bei einem Spezi einen Blick auf deine Taschen werfen dürfen. 😊

Auf einen guten Start!